Multimediales Erzählen:
Kennen Sie…The Atavist?
4. Februar 2011 Wenn nicht, dann sollten Sie die gleichnamige App fürs iPad mindestens einmal probelesen-sehen-hören. The Atavist ist ein Projekt von Evan Ratliff, der auch schon zum Pop-Up-Magazine-Team gehörte (mehr dazu hier). Ratliff ist freier Journalist und hat jüngst mit The Atavist ein digitales Magazin zum Lesen, Hören und Anschauen geschaffen, das Lesestoff in ganz eigener Erzählform anbietet. Das Besondere daran: Jede Ausgabe enthält nur eine Geschichte. Sie lässt sich als Text lesen, kann vorgelesen werden und ist vom ersten bis zum letzten Buchstaben dramaturgisch sauber durchkomponiert, multimediale Komponenten inklusive. “Atavist-Geschichten sind länger als Magazin-Artikel, aber kürzer als Bücher”, erläutert Ratcliff das Konzept. “Jede einzelne enthält eine Hörbuch-Version und unter der Textoberfläche warten Elemente wie Zeitleisten, Karten oder Audio-Sequenzen. Einige unserer Erzählstücke werden musikbegleitet sein, andere enthalten auch Video-Kapitel. Alles steht dabei im Dienst der Story, die man in dieser Form nirgendwo sonst geliefert bekommt. Und hoffentlich niemanden kalt lässt.” Die erste Nummer von The Atavist beispielsweise erzählt die Geschichte des Chigaoer Jazzmusikers Teddy Weatherford, die zweite Nummer die Geschichte eines filmreifen 150-Millionen-Dollar-Bankraubs in Stockholm. Für deutsche Leser sind die Themen sicher keine Pflichtlektüre, trotzdem ist die App ein bemerkenswertes Storytelling-Experiment. Vergleichbares gibt es übrigens auch in Deutschland: Bestseller-Autor und Ex-Spiegel-Mann Jürgen Neffe hat für seine vielbeachtete Darwin-Biografie eigens ein multimediales E-Book-Format entwickeln lassen, er nennt es Libroid.










