Graphic Journalism: Gezeichnete Reportagen – nicht nur für junge Leser

29. April 2011


Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog über die Manga News aus Tokio berichtet, eine Web-Only-Publikation, die in Comicform über das aktuelle Weltgeschehen informiert.

Ähnliche Projekte gibt es auch in Printmedien, vor allem um junge Leser anzusprechen. Zusammengefasst werden sie unter dem Begriff Graphic Journalism. In Deutschland gibt es so etwas meines Wissens (noch) nicht. Und die Frage muss schon sein: Warum eigentlich nicht?

Eine Übersicht über aktuelle Beispiele für grafischen Journalismus in den USA gibt das Blog Graphic Journos.

Auf Care2 findet sich zudem ein Versuch, die unterschiedlichen Ansätze zu systematisieren. Autor Erin Polgreen unterscheidet journalistisch-grafische Reiseberichte, Porträts, Comic-Infografiken, multimedial flankierte Comics und gezeichnete monothematische Nachrichten-Apps.

Unter den Beispielen ist vieles sehenswert, die Arbeiten von Wendy MacNaughton gefallen mir persönlich allerdings besonders gut. Die Wirkung ihrer gezeichneten Recherche-Geschichten erschließt sich vor allem, wenn die vertikal arrangierten Geschichten auf der jeweiligen Originalseite zeitsouverän – Aquarell für Aquarell – von oben nach unten gescrollt werden. Alle begleitenden Wörter und Sätze sind verschriftlichte Originaltöne, Zitate also – “in their words”. Das nachfolgende Video zeigt eine von Mac Naughtons Geschichten über einen Winzer. Im Unterschied zum Original ist sie für das Video horizontal arrangiert, in selbstlaufender Fassung mit begleitendem Atmo-Ton:

publiziert in Online-Textformen
S. 1 v. 11
 



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