Der Freitagnachmittaglink (2):
Wut-Ameisen protestieren gegen Insektizid

1. April 2011

Und noch ein Fundstück aus der Kategorie “Was man mit Papier alles machen kann”: Die Wutwelle ist jetzt auch im Tierreich angekommen. Echte Ameisen protestieren dort aktuell gegen das Insektenvernichtungsmittel Baygon, ausgerüstet mit echten Papierprotestpappen.

Der Freitagnachmittaglink:
Papierflieger in der Erdumlaufbahn

1. April 2011

Alle regelmäßigen Texten fürs Web-Leser wissen es längst: Ich liebe Papier. Das Beste an diesem Wunderzeug ist, dass man daraus Printmedien zaubern kann. Und das Zweitbeste ist: Es eignet sich für abstruseste Recycling-Ideen. Wie in diesem Viral-Marketingclip:

Reisereportage: Der ultimative Floskelbaukasten für den Sonnenuntergang

1. April 2011


Beate Füth leitet die Akademie Berufliche Bildung der deutschen Zeitungsverlage (ABZV) in Bonn. In ihrem monatlich erscheinenden ABZV aktuell-Newsletter schaut sie regelmäßig auf die Sprachmarotten in deutschen Printredaktionen. In der aktuellen Ausgabe hat sie den ultimativen Floskel-und-Klischee-Baukasten zusammengestellt – für alle, die es am Schreibtisch in die unendlichen Weiten des Reisejournalismus zieht:

Beginnen Sie Ihre Reportage in jedem Fall mit der Ankunft am Zielort. Wenn Ihnen kein Einstiegssatz einfällt, nehmen Sie diesen: ‘Nach soundsoviel Stunden landet die Fokker/Boeing747/der Airbus A310 auf dem Flugfeld von Wasweißichwo’. Im nächsten Satz müssen Sie beschreiben, wie es mit der Luft aussieht: ‘Die Luft in
Wasweißichwo dampft, ist erfüllt vom Duft der Kirschblüten, scheint zu vibrieren, ist irgendwie durchsichtiger als in München’.

Wenn sie eine Städtereise schildern, machen Sie so weiter: ‘Wasweißichwo ist eine der spannendsten Metropolen/schläft nie/ist die quicklebendige Hauptstadt von Soundso und im Herzen der Stadt erstrahlt ein einzigartiges Ensemble.’

Steht die Natur im Vordergrund, sollten Sie diese für Ihre Leser erlebbar machen. Schreiben Sie von schneeweißen Stränden, azurblauem Wasser, atemberaubenden Sonnenuntergängen und von bizarren Felsformationen!

Apropos Felsen: Selbstverständlich revanchiert sich die Bergwelt in jedem ordentlichen Gebirgstext mit sagenhaften Ausblicken bei den Wanderern (noch besser: Gipfelstürmern).

Zum Schluss müssen Sie alles noch einmal zusammenfassen: ‘Faszinierend und beeindruckend zugleich ist das heutige Wasweißichwo mit seinen großen Städten, seinen pittoresken Dörfern in der Abgeschiedenheit ländlicher Idylle. Besonders lebendig wird das Land durch die Begegnung mit seinen gastfreundlichen Menschen.’

Sollten Sie gelegentlich auf ähnliche Sprachmarotten stoßen, freuen sich Frau Füth und die ABZV Newsletter-Redaktion auf Ihre Beispiele.
Schicken Sie sie einfach per E-Mail an newsletter@abzv.de

S. 7 v. 7Home34567



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