In eigener Sache: Texten fürs Web jetzt auf Platz 1 der Journalismus-Bestseller

29. Juni 2011



Drei Monate nach der Veröffentlichung steht die Neu-Auflage von “Texten fürs Web” auf Platz 1 der Amazon-Journalismus-Bestseller! (Update: 23.00 Uhr)

Der Kress Report hat kürzlich rezensiert.

O-Ton: “Man wünscht sich, dass ein paar Online-Redaktionen sich das zu Herzen nehmen, was Heijnk empfiehlt: Wie man systematisch Geschichten im Internet plant, schreibt, wie man die Möglichkeiten, die das Web bietet, konsequent nutzt und die Unterschiede, insbesondere zu Print, nicht ignoriert. Damit nicht einfach das Gleiche wie seit 100 Jahren entsteht, sondern im Interesse des Nutzers alle Möglichkeiten, die wir heute haben, ausgeschöpft werden. Gelungenes Handbuch.”
kressreport, Nr. 12/11 vom 10.06.11

An alle Käuferinnen und Käufer des Buches geht an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön – und natürlich auch an die Kress Redaktion für das positive Feedback!

Herzliche Grüße
Ihr

Stefan Heijnk

Gegen den Strich gebürstet: Aggregieren soll eine neue Art des Webjournalismus sein

29. Juni 2011


Das Aggregieren von Artikeln aus online zugänglichen Quellen wird in vielen Fachmedien und fachbezogenen Blogs aktuell zu einem neuen journalistischen Arbeitsverfahren erklärt, gar zu einem neuartigen Webjournalismus. Nur: Ist das aber auch wirklich substanziell begründet?

Ich denke nicht. Aus zwei Gründen:

1. Methodisches Aggregieren gab und gibt es im Print- wie im Onlinejournalismus schon seit langer Zeit. Allerdings unter anderen Namen: Hier wie dort hieß das bislang schlicht “Zusammenschreiben von Artikeln” (gemeint: aus Archivquellen) oder auch “kalte Recherche” (gemeint: ohne Gesprächskontakt). Beides hatte und hat mit Blick auf journalistische Qualitätsmaßstäbe – völlig zu Recht – keinen guten Beiklang. Das Aggregieren im Sinne eines Zusammenschreibens von Artikeln aus Archivquellen ohne direkten Kontakt zu Menschen ist jedenfalls definitiv kein neues Phänomen, kein neues journalistisches Verfahren, schon gar kein neuer Journalismus, eher eine Unsitte.

2. Viel wesentlicher ist ein anderer Aspekt: Durch die internettypischen Livetextströme wie Twitter, Facebook und Co. ist ein Bedarf entstanden, live verbreitete Texte oder Textfragmente schnell und effizient festhalten und kuratieren zu können. Der Text-Aggregation wächst im Web also eine neue, eigene Funktion zu.

Mit den entsprechenden technischen Mitteln des Kopierens und Wiedereinfügens kann dem schnellen Wieder-Verschwinden von Tweets und Status-Updates wirkungsvoll begegnet werden. Aggregationsdienste wie Storiful, Storify oder auch Chirpstory setzen genau hier an: Sie ermöglichen es den Nutzern, Textfragmente aus den Textströmen des Webs herauszufiltern, zu dokumentieren, thematisch nach Belieben neu zu kontextualisieren und das Ergebnis dann in spezifischer Artikelform zu republizieren. So bleibt für den bequemen Zugriff erhalten, was sich sonst in den Textströmen verlieren würde.

Das Neue beim Aggregieren ist also nicht der Akt des Aggregierens, sondern die durch das Aggregieren wahrgenommene, kommunikative Funktion. Es geht ums Festhalten und Rekontextualisieren von Text im Web. So lange dieses Aggregieren für die Nutzer klar zu erkennen ist und transparent bleibt, ist dagegen nichts einzuwenden.

In eigener Sache: Lohnt sich das Bloggen? Einblick in den Texten-fürs-Web-Traffic (2)

29. Juni 2011


Vor etwa sechs Wochen hatte ich eine erste Zwischenbilanz über die Trafficentwicklung des Texten-fürs-Web-Blogs gezogen, kurz vor dem Ende des ersten Halbjahrs 2011 will ich heute noch einmal einige Zahlen offenlegen.

Der Vorjahresvergleich
Gleich vorab: Die Zahl der Visits steigt weiter erfreulich stark. Zum Ende des Monats April hatte sich der Visit-Trend im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat so dargestellt: im Februar verdreifachten, im März vervierfachten, im April versiebenfachten sich die Visits.

Nach nun zwei weiteren Monaten setzt sich der positive Trend fort: im Mai verfünfzehnfachten sich die Visits, im Juni gab es ebenfalls 15 mal mehr Visits als im gleichen Monat des Vorjahres.

Der Vormonatsvergleich
Der Vergleich der Visits von Monat zu Monat in 2011 scheint einen Ceiling-Effekt anzukündigen, die Wachstumsrate flacht im Juni ab. In den ersten vier Monaten dieses Jahres sah es so aus: Im Februar waren es 95 Prozent plus gegenüber dem Januar, im März 120 Prozent plus gegenüber Februar, im April 21 Prozent gegenüber März.

Im Mai bin ich durch den Trend dann deutlich überrascht worden: Statt eines erwarteten Trafficplus bei den Visits von etwa 20 Prozent (gegenüber April), lag das Plus bei über 50 Prozent. Das Visitwachstum bei gleichbleibendem Zeitinvest verlangsamte sich also nicht, der Traffic stieg klar weiter an.

Im Juni allerdings ist jetzt ebenso klar zu erkennen: Feiertage und heiße Sonnentage schwächen die Klicklust und lassen den Traffic nur noch dezent steigen. Gegenüber dem Mai steigen die Visits aber dennoch – um noch einmal um 5 Prozent. Die Zahlen bewegen sich absolut übrigens im vierstelligen Bereich.

Die Verweilzeit
Eine Veränderung nach unten hat es bei den Verweilzeiten gegeben: Die Nutzer schauen nach wie vor nicht nur flüchtig vorbei. Sie lesen sich nach wie vor richtig ein. Allerdings: nicht mehr ganz so lang wie noch im April. Damals waren es durchschnittlich 2:48 Minuten, jetzt sind es 2:00 Minuten.

Eindeutig erklären kann ich es nicht, an der Themenmischung hat sich wenig bis nichts geändert. Vermutlich spielen die kürzeren Seiten eine Rolle: Seit Mitte Mai stehen auf jeder Seite statt 10 jetzt 5 Artikel. Zudem kann die kürzere Verweilzeit auch durchaus als positives Zeichen interpretiert werden: Die Seiten laden seit der WP Super Cache-Implementation drastisch schneller – von teilweise bis zu 20 Sekunden (nochmals sorry!) auf nun 3 Sekunden. Das kann natürlich bedeuten: Sie, liebe LeserInnen, schaffen den gleichen oder mehr Lesestoff in weniger Zeit.

Die Zahl der Seitenaufrufe jedenfalls ist im Juni deutlicher gestiegen als die Zahl der Visits – nämlich um knapp 10 Prozent (Visits: 5 Prozent). Die kürzeren Ladezeiten scheinen das Aufrufen weiterer Seiten also durchaus positiv zu beeinflussen.

Auch die anderen Kennzahlen zeigen stabiles Publikumsinteresse an: Es gibt schon jetzt viele Stammbesucher und eine konstant hohe Zahl an Neubesuchern. Ein guter Teil der neuen Besucher scheint zu meiner Freude dann im Zeitverlauf jeweils regelmäßiger vorbei zu schauen. Der Inhalt auf texten-fuers-web.de hat also mindestens eine gewisse Relevanz. Zudem gewinnt Texten fürs Web auch auf Twitter wachsenden Zuspruch, zur Stunde sind es weit über 200 Follower – viele davon vom Fach (Stand: 30. Juni 2011, 23 Uhr).


Für eine größere Version bitte auf die Grafik klicken.

Im Resüme kann ich deshalb auch einigermaßen begründet darauf setzen, dass der Traffic auf www.texten-fuers-web.de weiterhin steigt. Vielleicht nicht gerade im Juli und im August, aber, so hoffe ich, dann um so deutlicher im weiteren Jahresverlauf.

Und was die Antwort auf die Frage in der Überschrift anbelangt: Zur Jahreshalbzeit lautet sie eindeutig “ja”.

Dazu mein ganz herzlicher Dank an Sie, liebe Leserinnen und Leser!

Ihr
Stefan Heijnk

Weiterführende Links:

In eigener Sache: Lohnt sich das Bloggen? Einblick in den Texten-fürs-Web-Traffic (1)

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Blick durchs Schlüsselloch: So lese ich meine Tageszeitung(en). Und Sie?

29. Juni 2011


Hab vorhin beim Mittagessen mit einem guten Freund über diese Frage geplaudert: Wie und wann liest Du Deine Zeitung?

Bei mir geht das so: Die Morgenlektüre startet bei mir mit dem Blick in meinen Pulse-Feedreader auf dem iPad. Zusammengestellt aus frei gewählten Newsfeeds habe ich damit einen erstklassigen Überblick über das aktuelle, allgemeine Nachrichtengeschehen und die Fachnachrichten im Besonderen – von Abendblatt und MoPo über Tagesschau und heute bis hin zu Mashable und Readwriteweb. Obendrauf gibt’s ein paar Lust-und-Laune-Feeds fürs Schmunzellesen zum Tagesbeginn.

Abonniert habe ich die Süddeutsche als Digitalausgabe plus die papierenen Freitags- und Samstagsausgaben (für meine norddeutschen LeserInnen: die Sonnabendausgaben) im Wochenendabo. Die Digitalausgabe lese ich während der Woche vorzugsweise am Abend auf dem iPad in der gerade aktuellsten Ausgabe (ab 17 Uhr werden die Ausgaben online gestellt, erst die Fern-Ausgabe, später dann die München-Ausgabe). Bevorzugte Ressorts sind Feuilleton und Sport.

Insgesamt lese ich während der Arbeitswoche allerdings nicht an jedem Abend, sondern eher gelegentlich, je nach Lust und vor allem abhängig vom Blick auf die Uhr, sofern es Vaterpflichten und das Berufliche also noch zulassen.

Zeitunglesen am Wochenende
Im Grundsatz ist das auch am Wochenende nicht anders. Mit 3 Unterschieden: Ich lese dann die Papierausgaben. Ich registriere dabei, dass ich relativ länger lese, mindestens gefühlt (gemessen habe ich das nicht). Und: Ich bleibe öfter an Themen aus den anderen Ressorts hängen. Das kann natürlich daran liegen, dass mir Papier grundsätzlich immer noch angenehmer ist (Ok, vielleicht oldschool, bei mir ist’s aber so). Und natürlich auch daran, dass da etwas mehr Zeit ist, meist am Sonntag.

Was mir beim Lesen der SZ auf dem iPad fehlt, ist ein automatischer Download der aktuellen Ausgabe: Ich will einfach nicht jedes Mal wieder aufs Neue dieses ganze Prozedere aus Abodaten-Eingabe, Datumsauswahl, Ausgabenauswahl, Herunterladezeit-Abwarten durchlaufen. Was ich will ist: mein iPad einschalten und die aktuelle Ausgabe ist da. Punkt. (Könnte das mal bitte jemand einrichten? Danke.)

Und das Hamburger Abendblatt
Beim Hamburger Abendblatt bin ich Digitalabonnent. Da gibt es eine Vorgeschichte: Ich hatte das Blatt etwa zehn Jahre im Papier-Vollabo, der Zustellservice war aber dermaßen unzuverlässig, dass ich irgendwann kündigte. Eine Nachfassaktion durch den Abendblatt-Vertrieb gab’s nicht. Nicht mal ein “Wir Bedauern”-Schreiben. Reaktion also gleich Null, meine Kündigung war dem Springer-Verlag schnuppe. Dann ein paar Jahre Pause, in der Woche gelegentlich Käufe am Kiosk. Mit dem iPad im Haus dachte ich mir dann: OK, versuch’s nochmal, schließ ein Digitalabo beim Abendblatt ab, da umgehst Du den Botenvertrieb. Hab ich dann auch gemacht. Ergebnis: Bin jetzt Digitalabonnent. Die aktuelle Ausgabe gibt es jeweils erst in der Nacht ab vier Uhr. Vorabend-Lektüre unmöglich. Das ist schon mal ganz schlecht.

So vergrault man Digitalabonnenten
Und das Beste: Seit einigen Wochen kann ich das PDF auf dem iPhone (ja, richtig: iPhone!) nicht mehr lesen. Die App teilt mir mit: “Sie benutzen diesen Abocode bereits auf 5 Endgeräten”. Das ist definitiv zwar nicht der Fall, habe das auch schon mehrfach beim Aboservice reklamiert. Nur: Eine Lösung für das Problem gibt es nicht, nur immer wieder ein: “Da muss ich einen Spezialisten kontakten. Der ruft Sie dann zurück, Herr Heijnk.” Tut er aber nicht. Schon wieder bin ich dem Springer-Verlag schnuppe. Ob Herr Döpfner davon weiß? Wohl kaum. Ich glaub, ich muss da dringend eine Klage vorbereiten.

Um deftigeres Vorkabular zu vermeiden, nur dies: Ich fühle mich hier entschieden verapplet (non sic).

Der Anfang: von hinten oder von vorn?
Eine bestimmte Masche oder Leserichtung in der Zeitung habe ich nicht: Ich blättere mal von hinten nach vorn, dann von vorn nach hinten. Beigelegte Werbung und jene Zeitungsbücher, die ich nicht lese, fliegen sofort ins Altpapier (tja, das ist dann wohl ein Streuverlust). Was ich schon tue: Gelungene, beispielhafte Artikel reiße ich aus der Zeitung aus, lege sie auf einen Stapel und verwende das Material für meine Printjournalismus-Vorlesungen und -Seminare. Das mache ich übrigens auch mit allen anderen Zeitungen so, die ich – neben den Abos – am Kiosk kaufe.

Und wie ist das bei A.?
Bei meinem Freund A. sieht das Zeitunglesen ganz anders aus: Er nimmt sich morgens seine beiden vollabonnierten Zeitungen, die Süddeutsche und die FAZ, blättert sie jeweils erst einmal durch und fleddert sie. Bei ihm fliegen also nicht nur Werbung und uninteressante Zeitungsbücher gleich ins Altpapier, sondern alle uninteressanten Seiten. Alle.

Zuerst der Verriss
Sein Start in die Zeitungslektüre ist also ganz buchstäblich ein handgreiflicher Verriss. Das, was er sich an lesenswerten Artikeln ausgeguckt hat und als Seitenstapel übrig geblieben ist, liest er dann auch komplett durch. Ein iPad hat er nicht. Noch nicht, wie er sagt. Das Hamburger Abendblatt liest er in der Gratisversion auf dem iPhone.

Manchmal bedauert er seine brachiale Art der Artikelauswahl. Vor allem, wenn er von einem Freund gefragt wird: “Sag mal, hast Du den Artikel von X über Y gestern gelesen?” und der fragliche Artikel am Vortag nicht auf sein gnädiges Wohlwollen gestoßen war. Weg ist weg.

Sollten Sie dies mit Interesse gelesen haben, habe ich eine Bitte: Schreiben Sie gleich jetzt ein paar kurze Zeilen über Ihre Zeitungslektüre als Kommentar – völlig egal, ob Sie auf Papier lesen oder digital.

Ich möchte das Material sammeln, kuratieren und hier dann als Storify veröffentlichen. 1000 Dank fürs Mitmachen!

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Papst Benedikt XVI. jetzt auf Twitter: Die Engel singen nicht, sie zwitschern

29. Juni 2011


Es ist ein kleiner Fingertipp für den Papst, aber ein wegweisender Fingerzeig für die katholische Glaubensgemeinschaft: Der Papst ist jetzt auf Twitter.
Hier ist das historische Dokument:

Wenn der Heilige Vater sein iPad noch nicht wieder weggelegt haben sollte, dann hat er vielleicht auch diese ersten Reaktionen aus Deutschland gelesen (via ZDF online):

“Jetzt hat der Papst also von einem iPad getwittert. Ich persönlich wäre glücklicher, wenn er bei anderen Dingen, wie Kondomen, mit der Zeit gehen würde”, schreibt @annagconnell.

“Freut mich zu sehen, dass der Papst ‘neue Kommunikationswege’ geht. Jetzt muss er nur noch den Inhalt der Botschaften erneuern”, twittert @KatharinaOL.

S. 1 v. 111234510



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