Der Freitagnachmittaglink: Etwas zum Schmausen für die Augen

30. September 2011

Wer sich gelegentlich auf meinem Texten fürs Web-Blog tummelt, weiß, dass ich gern auf ausgewählte Zeitraffer-Fundstücke hinweise. Zum Start in das lange Wochenende gibt es deshalb heute zwei Exemplare als kleiner Augenschmaus.

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
Stefan Heijnk

Eyetracking-Studie: Das braucht die optimal gestaltete Zeitungs-App

29. September 2011

Liebe Leserinnen und Leser,

die Ergebnispräsentation zur Eyetracking-Studie “Da kann man die Leser fast abschaffen – Junge Leser und Zeitungs-Apps” ist jetzt online.

Hier die heute veröffentlichte Pressemitteilung der FH Hannover:

Das braucht die optimal gestaltete Zeitungs-App

Ob Frankfurter Rundschau, Die Zeit oder Rheinische Post – Konzepte für Printmedien-Apps gibt es viele. Welches Konzept aber ist wirklich nutzerfreundlich? Eine Eyetracking-Studie der FHH hat darauf jetzt eine Antwort gefunden.

Die optimale Printmedien-App verzichtet auf eine Navigationsleiste am unteren Bildschirmrand, sie beschränkt die Funktionen in der oberen Navigationsleiste auf das unbedingt Notwendige, sie hat ein vollständiges Inhaltsverzeichnis, sie bietet ihren Nutzern neben Texten – wohldosiert – auch Videos und Bildergalerien sowie interaktive Grafiken; die Artikelseiten sind einspaltig, haben eine Länge von nicht mehr als 4500 Zeichen, sie starten mit großformatigen Aufmacherfotos und die Zeilen haben eine Breite zwischen 74 und 96 Zeichen.

Auf diese Kurzformel lassen sich die Ergebnisse aus der aktuellen Eyetracking-Studie von Prof. Stefan Heijnk bringen, die ab sofort auf der Website der FHH unter www.fh-hannover.de heruntergeladen werden kann. Titel der Studie: „Da kann man die Zeitung fast abschaffen – Junge Leser und Zeitungs-Apps“.

Eine interaktive Kurzfassung der Studienergebnisse finden Sie zusätzlich auf www.prezi.com.

In der Eyetracking-Studie wurde per Blickaufzeichnungsverfahren beobachtet, wie junge Leser in der Altersgruppe von 19 bis 29 Jahren zeitungsgebundene Applikationen auf Tablet-Rechnern benutzen. Getestet wurde mit den Zeitungs-Apps von Frankfurter Rundschau, Hamburger Abendblatt und Hannoversche Allgemeine sowie mit der App der Tagesschau.

Die Studie wurde durchgeführt im Rahmen des E-CLIC-Forschungsprogramms der Europäischen Union.

Ansprechpartner an der FHH ist Prof. Stefan Heijnk,
E-Mail: stefan.heijnk@fh-hannover.de

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Metro Herald aus Dublin will die weltweit erste AR-Tageszeitung sein

24. September 2011


Die Gratis-Tageszeitung Metro Herald aus dem irischen Dublin hat sich jüngst – etwas vollmundig – zur ersten voll realitätserweiterten Tageszeitung der Welt erklärt.

In Kooperation mit Blippar, einer britischen AR-Appschmiede, reicherte die Redaktion in der vergangenen Woche fünf Ausgaben mit AR-Komponenten an. Darunter beispielsweise flankierende Nachrichtenvideos und interaktive Umfragen zu den aktuellen Berichten.

Überzeugend gelungen ist das Ganze allerdings eher nicht: Die virtuellen Artikelergänzungen sind reichlich hausbacken und für den Zeitungskontakt nicht gerade plausibel eingebettet. Wenn etwa ein kurzes, kaum daumennagelgroßes Nachrichtenvideo (siehe Screenshot) in der Wiederholung nur noch auf Youtube – außerhalb der App – angesehen werden kann, dann führt das die NutzerInnen zwangsläufig von der Zeitung weg. Und die Frage ist schon zu stellen: Wozu soll das noch gut sein? AR nur um der AR willen ist ganz sicher keine gute Idee. Beim Metro Herald lässt sich also eher lernen, wie man es nicht machen sollte.

Metro Herald: So sehen die AR-Videos in Originalgröße aus (oben links)

Metro Herald als blätterbares E-Paper
Wer sich davon selbst ein Bild machen will, der braucht sich die Zeitung übrigens nicht erst aus Irland zuschicken zu lassen: Der Metro Herald ist als blätterbares E-Paper online im Originallayout abrufbar – inklusive aller AR-Marker. Benötigt wird dann nur noch die Blippar-App fürs Smartphone, zum Beispiel erhältlich im App-Store.

Auch wenn die Umsetzung beim Metro Herald also nicht wirklich vom Hocker reißt und andere Zeitungen auch schon viel früher Augmented Reality im Blatt hatten (in Deutschland beispielsweise die Rhein-Zeitung im Februar 2010 oder die Süddeutsche Zeitung im August 2010), so zeigt auch dieses Projekt: AR bleibt für Tageszeitungen ganz offensichtlich ein Thema.

Für alle, die sich den Installationsaufwand ersparen wollen, gibt es einige Eindrücke in diesem Video:

Veränderte Lesegewohnheiten: BBC will mit Website-Relaunch das Wischen fördern

23. September 2011


Tablet-Optik für die Website: Die BBC-Onlineredaktion plant aktuell einen Relaunch ihrer mobilen Flaggschiff-Website und will den Auftritt anpassen an “durch Tablet-PCs veränderte Lesegewohnheiten”.

Einen ersten Eindruck gibt es in einer Beta-Version.

Die BBC-Verantwortlichen tun sicherlich gut daran, die geplanten Überarbeitungen schon vorab zu präsentieren und die Nutzergemeinde frühzeitig einzubinden. Der letzte Relaunch war von den Nutzern heftig kritisiert worden.

Nachlese: Reporter-Forum bietet Reader zum aberkannten Henri-Nannen-Preis

23. September 2011

René Pfister ist zu wünschen, dass der Fall langsam aus dem Blickpunkt der Fachöffentlichkeit verschwindet. Gleichwohl war die Aberkennung seines Henri-Nannen-Preises der Startpunkt einer wichtigen Debatte, ja, ein Lehrstück über die Reportage als journalistische Darstellungsform. Sie warf zentrale Fragen auf: Was dürfen Reporterinnen und Reporter, was dürfen sie nicht? Wo verläuft die Grenze zwischen Fakt und Fiktion?

Das Reporter-Forum hat dazu im Sommer einen Reader zusammengestellt, der diese Debatte in seinen vielen Facetten und Standpunkten dokumentiert – von Stephanie Nannens Artikel im Hamburger Abendblatt bis zu Andreas Wolfers Einordnung in der Süddeutschen. Nicht nur für die journalistische Praxis, auch für die journalistische Lehre ist der Reader eine nützliche Nachlese.

Der Reader kann hier heruntergeladen werden.

Dazu ein Hinweis in eigener Sache: Das Reporter-Forum hat mich kürzlich eingeladen, in der Vorjury des Webreportage-Preises 2011 mitzuwirken. Freue mich auf die Aufgabe – und vor allem auf die zu begutachtenden Einreichungen.

S. 1 v. 3123



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