dpa-Tochter News Aktuell stellt Media Workshops ein

30. November 2011


Aus und vorbei: Die dpa-Tochter news aktuell stellt zum Jahresende 2011 ihr Fortbildungsangebot für Medienfachleute ein.

Nach 10 Jahren verschwindet damit einer der renommiertesten Seminar-Anbieter für Kommunikationsfachleute, PR-Profis und Führungskräfte vom deutschsprachigen Markt.

Die Media Workshops von news aktuell boten über ein Jahrzehnt lang hochwertige Fortbildungen zu Grundlagen und Trends in Pressearbeit, Marketing, PR und Online-Kommunikation. Insgesamt standen 50 Seminar-Themen mit namhaften Experten zur Auswahl, über 10.000 Kunden nahmen seit 2001 an den Media Workshops in Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Köln und Zürich teil.

In einem Brief der Geschäftsführung an die Dozentinnen und Dozenten heißt es: “Ab 2012 wird sich unser Unternehmen auf das Geschäft mit Verbreitungsdiensten, PR-Services, Finanzmarktkommunikation und Multimedia-Produktion konzentrieren. Hier sehen wir für news aktuell die größten Wachstumschancen, die wir mit optimierten Angeboten und neuen Services für uns erschließen wollen.”

P.S.: Der Autor dieses Blogs war selbst über viele Jahre als Dozent für news aktuell tätig. Der Geschäftsführung wünsche ich ein glückliches Händchen für die Neuausrichtung von news aktuell und natürlich danke ich dem Media Workshop-Team – auch an dieser Stelle – für die tolle Zusammenarbeit!

Euch allen ganz viel Erfolg für die neuen Aufgaben.

Update (20.12.11)

Gute Nachricht zum Jahresende: Das Media Workshop-Team macht weiter

Nicole Hirt, Berit Siewert und Stephanie Piehl werden ab 2012 die Marke media workshops übernehmen und das bisherige Seminar-Angebot von newws aktuell in Eigenregie fortführen. Die drei Mitarbeiterinnen des Media Workshop-Teams greifen auf Ihre profunde Erfahrung aus zehn Jahren im Seminargeschäft für dpa-newsaktuell zurück. In einer Pressemitteilung haben die Damen gerade erklärt, dass die Workshops damit auch weiterhin als professionelles Angebot für Fortbildungen rund um die professionelle Kommunikation, Pressearbeit und PR bereit stehen.

Das Programm und die volle Auswahl an Themen und Möglichkeiten finden Sie in Kürze wie gewohnt unter www.media-workshop.de

Buch-Tipp: “Reporterglück” – 13 Zeitungsgeschichten und 1 Reporter

29. November 2011


Reporterglück ist, wenn man als Journalist zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und den Blick für die gute Geschichte mitbringt.

Carl-Friedrich Ehlers hat dieses Glück desöfteren gehabt: Als Zeitungsjournalist war er 40 Jahre lang vor allem im deutschen Nordwesten unterwegs, von Emden bis Wilhelmshaven, von Leer bis Oldenburg, und blickt auf ein bewegtes Berufsleben als Reporter zurück, wie es sich viele Berufsanfänger im Printjournalismus insgeheim ausmalen – voller tragischer, kurioser und Aufsehen erregender Geschichten.

13 dieser Geschichten hat er in seinem Buch “Reporterglück” versammelt und aufgeschrieben, was daraus wurde: So war er 1976 gerade auf einem Saugbaggerschiff im Jadebusen, als ein 200.000-Tonnen-Tanker dort beinah eine Öl-Katastrophe auslöste (siehe Foto) – und hat nachrecherchiert, wie es später dem Saugbagger ergangen ist. Er war 2006 vor Ort, als im Emsland der Transrapid zerschellte – und traf sich fünf Jahre später mit einem Überlebenden des Unglücks. Er war als einziger deutscher Journalist vor Ort, als Königin Juliana der Niederlande 1973 den Eemshaven einweihte – und zeichnet nach, wie dieser Hafen die beiden Nachbarländer Deutschland und die Niederlande näher aneinander rückte.

Es gibt auch eine Kehrseite
Ehlers ist dabei in jeder Zeile bewusst, dass alles Reporterglück auch immer seine Kehrseite hat, schließlich gibt es in vielen dieser Geschichten von Schicksalsschlägen betroffene Menschen. Ehlers begegnet ihnen mit Respekt und mit Einfühlungsvermögen, allerdings auch ohne jede Gefühlsduselei.

Neben den journalistischen Rückblicken liefert Ehlers in seinem Buch auch Einblicke in sein Engagement für die Spendenaktionen der Nordwest-Zeitung in Oldenburg (“Kinder helfen Kindern”). Das ist nicht zuletzt deshalb von Belang, weil er damit die Grenzlinie zwischen Journalismus und Verlags-PR überschreitet – und damit spannende Fragen aufwirft.

Kurzum: “Reporterglück” ist ein lesenswertes Buch für alle, die einmal hinter die Kulissen des Lokaljournalismus schauen wollen, und eine unbedingte Kauf-Empfehlung. Erschienen ist es im Isensee-Verlag in Oldenburg und kostet 9,80 Euro.

Das Video stellt das Buch vor und zeigt Carl-Friedrich Ehlers im Interview mit NWZ.TV:

Kollaboratives Erzählen in der Klickywelt: Mit Felix Zirndorf durch deutsche Lande

25. November 2011

Eine kleine Geschichte aus der Rubrik “Was es nicht so alles gibt”:

Felix Zirndorf ist ein Playmobil-Männchen, stammt aus dem fränkischen Playmobil-Stammsitz Zirndorf und ist von Geburt an ein immerzu fröhlicher Typ.

Für eingeschworene Fans der Playmobil-Figuren (“Klickys”) ist der kleine Herr Zirndorf schon jetzt großer Kult – als Hauptfigur in einem kollaborativen Schreib-Spaß-Projekt auf Klickywelt.de, das zu den wichtigsten Internetforen für Playmobil-Fans in Deutschland gehört.

Staffelstab für Artikel-Autoren
Die Idee hinter dem Schreibprojekt geht so: Seit Juni 2011 wird Felix Zirndorf per Post oder persönlich von Playmobil-Fan zu Playmobil-Fan weitergereicht und sein jeweiliger Gastgeber schreibt dann eine ganz persönliche Bildergeschichte über die gemeinsamen Erlebnisse. Herr Zirndorf ist also quasi als Staffelstab unterwegs durch Deutschland, von AutorIn zu AutorIn, ganz ähnlich wie bei den Travelbugs im Geocaching.

An jeder Reisestation gibt es für Herrn Zirndorf Neues zu erleben: Mal stellt ihn der aktuelle Gastgeber erst einmal unter die Dusche, mal geht es auf eine wilde Kinder-Party, mal auf Sightseeing-Tour zur Frauenkirche nach Dresden oder zur Dechenhöhle ins Sauerland. Die Highlights werden natürlich fleißig fotografiert und in Kurztexten annotiert. Zum Schluss landet jeder neue Reisebericht im Klickywelt.de-Forum.

Aktuell hat Herr Zirndorf schon 14 deutsche Städte besucht und dabei fast 1500 Kilometer hinter sich gebracht. Demnächst geht es für ihn wahrscheinlich in die USA. Fortsetzung folgt.

Vielleicht lässt sich die Idee ja auch für kollaborative Schreibprojekte im Deutsch-Unterricht adaptieren – es muss ja auch nicht immer ein Playmo-Felix als Staffelstab sein.

P.S.: Playmobil-Chef Horst Brandstätter ist übrigens längst nicht so kreativ wie die Fans seines Spielzeugs. Nach dem Erfolgsgeheimnis der von seinem Angestellten Hans Beck erfundenen Figuren befragt, hat er einmal zugegeben: ” (…) wissen’s, ich bin seit meinem 19. Lebensjahr hier. Meine Aufgabe ist eher die Technik, die Kalkulation, die Rationalisierung. Und ich muss daher sagen, dass ich eine Weile gebraucht habe, bis ich verstanden habe, wie Playmobil funktioniert. (…) Aber der Herr Beck, der wusste, was bei den Kindern im Kopf passiert.” Mit dem, was in den Köpfen der Erwachsenen passiert, hat vermutlich aber auch Herr Beck nicht gerechnet.

- Update (29.11.11) –

Für alle Freunde der Stopmotions, aber nichts für Zartbesaitete:

Und dann noch diese unfassbar aufwändige Audio-Slideshow. Der Prolog zur “Der Herr der Ringe”-Trilogie von Peter Jackson, nachgestellt mit unzähligen, von Hand gestylten und so nicht zu kaufenden Playmobilfiguren:

Der Freitagnachmittaglink: Buch plus iPad plus Ballon

25. November 2011

Für Etienne Mineur und Bertrand Duplat ist das Papierbuch kein Papierbuch, sondern eine neue Computerplattform. Sie haben richtig gelesen: Das Papierbuch ist eine neue Computerplattform.

Die beiden Produktdesigner experimentieren deshalb in ihrem Verlagshaus Editions Volumiques (Paris) mit ungewöhnlichen Buchobjekten und mischen dazu Papier, Draht und Elektronikbausteine in den unterschiedlichsten Variationen: Bücher, in denen der Text langsam verschwimmt und verschwindet. Bücher mit Seiten, die sich selbst umblättern. Bücher, in denen der Leser auf einzelne Seiten ein iPhone legen muss, um tiefer in die erzählte Geschichte vordringen zu können. Crossmediale Mashups sozusagen.

Einer der jüngsten Prototypen kombiniert zum Beispiel ein Büchlein aus Papier mit einer iPad-Applikation und lädt zur Ballonfahrt über bonbonbunte Digitallandschaften ein. Was es nicht so alles gibt.

Dieses Video nimmt sie mit auf die Reise. Achten Sie auf den Schatten des Ballons, das Vogelgezwitscher gibt es inklusive:

Kontrastprogramm zur Lollipop-Inszenierung mit Papierballon haben Mineur und Duplat auch zu bieten. Zum Beispiel ein Klappseitenfaltbuch, das vermischt mit QR-Codes und iPhone-Apps “eine Art interaktive Choose-Your-Own-Adventure-Nacherzählung” (via Nerdcore) von George A. Romeros Kultfilm Night of the Living Dead abliefert. Das sieht dann so aus:

Ein fantasievolles und buntes Wochenende wünscht Ihnen
Stefan Heijnk

Der Freitagnachmittaglink: Heute völlig sinnfrei

18. November 2011

Mein Sohn (5) möchte gerne Schnee. Vielleicht geht es Ihnen und/oder Ihren Kindern ja genauso. Deshalb: Hier kommt Schnee. Jede Menge. Inszeniert von Red Bull (das ist die Medien-Company mit dem Vettel und der Limo, sie wissen schon).

Genießen Sie Ihren Cappuccino!

Ein kuscheliges und schneefräsenfreies Wochenende wünscht Ihnen
Stefan Heijnk

P.S. (18.11.11): Dieser Blogpost ist die wahrscheinlich weltweit erste Zwei-Schichten-Glosse. ;-)

P.P.S. (19.11.11): Und, ja, liebe Snowboarder, die Frage aller Fragen lautet doch wohl: “What planet – the f**k – are you from?

P.P.P.S. (20.11.2011): Dieser Text schmeckt übrigens am besten in adäquater Kleidung.

P.P.P.S. (21.11.11): Naja, vielleicht ist dieser Blogpost ja auch nur die weltweit einzige Zwei-Schichten-Glosse mit immer noch funktionierenden, eingebetteten Links. Linkrot sucks, doesn’t it? In jedem Fall bleibt dieser Text die weltweit erste Zwei-Schichten-Glosse mit Fortsetzungspostscriptum.

S. 1 v. 712345



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