Für mehr Quellentransparenz: Curator’s Code ist die Netiquette fürs Kuratieren
12. März 2012
Das Sichten, Zusammentragen und Arrangieren von Web-Fundstücken durch Kuratoren hilft Internet-Nutzern, relevante Information schnell von Irrelevantem zu trennen. Maria Popova von Brainpickings.org sagt deshalb: Auch Web-Kuratoren sind Autoren, eben auf ihre Art. Das Kuratieren sei ein Akt kreativen geistigen Schaffens:
In an age of information overload, information discovery — the service of bringing to the public’s attention that which is interesting, meaningful, important, and otherwise worthy of our time and thought — is a form of creative and intellectual labor, and one of increasing importance and urgency. A form of authorship, if you will.
Anders als etwa für Fotos oder für wissenschaftliche Veröffentlichungen gebe es fürs Kuratieren im Web allerdings bislang kein einfaches Quellenverweissystem, allenfalls die obligatorischen Verweise “via” und “h/t” (für: “hat tip”, meint: anerkennendes Tippen an die Hut-Krempe).
Popova hat deshalb gemeinsam mit einigen Mitstreiterinnen die Initiative Curator’s Code gestartet und zwei grafische Zeichen fürs Kuratieren entwickelt, die das Verweisen auf Webquellen auf einfache Weise erlauben sollen: ein um 90 Grad nach links gekipptes S zeigt einen direkten Verweis an, ein Pfeilsymbol mit Kringel zeigt einen indirekten (inspirierenden) Verweis an.
Damit es mit dem Setzen dieser Zeichen, die bislang in keinem Zeichensatz vorhanden sind, auch tatsächlich klappt, gibt es auf der Projektwebsite ein Bookmarklet für den Browser. Das Bookmarklet kann sich jeder Nutzer in die Linkleiste am Browserkopf ziehen und nützlich erscheinende Adressen dann aus einem Fensterchen im Browser auf die eigenpublizierte Seite kopieren. Verweiszeichen inklusive. Im Ergebnis sieht das dann beispielsweise so aus:









