Replik: Der Schirrmacher-Algorithmus – überall am Werk

Ganz offenkundig hat es wieder einmal funktioniert: Frank Schirrmacher hat das Thema “Zeitungskrise” in seinem jüngsten Debattenbeitrag stilsicher weitergedreht. Alle springen auf das Thema an (ich auch). Mehr aber auch nicht.

Fakt ist: Das Ableben von FR und FTD kann wohl kaum einer behaupteten “kalifornischen neoliberalistischen Ideologie” angelastet werden (Gibt’s die überhaupt? Wo genau ist sie nachzulesen?).

Die Fehler der Zeitungsverlage bleiben hausgemacht: Viele Entscheider haben zu spät verstanden, dass das Internet ihr Geschäftsmodell zerbröselt. Herr Schirrmacher gehört zu jenen, die das partout nicht zur Kenntnis nehmen können oder wollen.

Tatsächlich ist sein Beitrag deshalb auch kaum mehr als der etwas elaboriertere Versuch, das Leistungsschutzrecht für Zeitungen zu rechtfertigen. Der urgesteinliche SZ-Kollege Prantl hat den Schirrmacher-Pass heute ja auch schon dankbar aufgenommen und ins gleiche Horn getutet. Das ist insgesamt zwar verständlich, doch ebenso durchsichtig wie die peinliche Stimmungsmache von Google-Seite. Nur: Es wirkt wie ein Rückzugsgefecht.

P.S.: Partizipation findet im Web, anders als Schirrmacher behauptet, längst nicht nur als Button-Gedrücke statt – wie übrigens auch im Forum von F.A.Z.net unschwer zu erkennen ist.