Zeitungszukunft: Einfach mal die harten Fakten

Was mir in der Debatte um die Zukunft der Zeitung in den letzten Tagen gefehlt hat, waren harte Fakten. Aus meiner Sicht ist das Hauptproblem, dass das Geschäftsmodell der Zeitungsverlage schlicht und ergreifend erodiert (siehe Schirrmacher-Replik). Dieses Problem ist nicht vom Tisch. Ganz im Gegenteil.

Um das Thema aus betriebswirtschaftlicher Perspektive und damit vielleicht auch etwas sachlicher zu betrachten, habe ich gerade noch einmal die Vortragsfolien der Medienberater Gregor Waller (Frenemies) und Gregor Enderle (OC&C Strategy Consultants GmbH) vom Bremer Verlagstreffen 2011 studiert: Da ist vieles notiert, was die Sachlage auf den Punkt bringt. Der Kern: Das alte Geschäftsmodell wird verschwinden und das neue muss mit Hochdruck aufgebaut werden.

Die Vortragsfolien von Gregor Waller (PDF)

Die Vortragsfolien von Gregor Enderle (PDF)


Vergleichen Sie diese Prognosekurven – vor allem die nach oben weisende Trendlinie für die Online-Erlöse – mit der Grafik für die aktuellen Zahlen aus den USA (s.u.). Es zeigt das ganze Drama: In den USA stagnieren die Online-Werbeerlöse der Zeitungen auf niedrigem Niveau. Medienberater Enderle meint: Crossmedia erfordert eine abgestimmte Gesamtstrategie für alle eingesetzten Ausspielkanäle.

Dies sind frische Zahlen über die Entwicklung des Print-Werbemarktes in den USA. Auch sehr eindrücklich.

Mehr dazu hier.

In all dem umfänglichen Krisengerede sollte eines allerdings nicht vergessen werden: Print lebt! Tobias Kaufmann, Chef vom Dienst beim Kölner Stadt-Anzeiger, hat dazu einen sehr lesenswerten Beitrag geschrieben.