Gar nicht gut: Crossmedia-Murks bei der Zeitschrift PAGE

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Die Überschrift “Missing Links” ist in der aktuellen PAGE leider Programm.

Ab und zu kaufe ich mir eine Ausgabe der Zeitschrift Page. Das Blatt ist zweifellos gut gemacht und lesenswert und bietet oft spannende und inspirierende Artikel rund ums gedruckte und digitale Publizieren.

Aufmacher der jüngsten Nummer ist das Thema “Digitales Storytelling”, auf dem Titel steht ein fettes “Erzähl mal!”.

Die zugehörige Strecke läuft über 14 Seiten und enthält viele interessante Gedanken, Tipps und vor allem: Beispiele. Die wollte ich mir heute Morgen etwas genauer anschauen, hatte aber keine Lust, mich dazu an den PC zu setzen und die Links abzutippen. Hab mir also mein iPad geschnappt und gedacht, teste ich doch gleich mal die im Heft beworbene App-Ausgabe – da werden die Links sicher anklickbar sein.

Gedacht, gemacht. Und was muss ich feststellen: Pustekuchen! (Siehe unten.) Nicht eine der in den Storytelling-Artikeln notierten Web-Adressen ist in der App als Link implementiert! Kann doch nicht sein, dachte ich. Vielleicht ein lokaler Fehler nur in diesem Artikel? Beim Durchblättern wurde sofort klar: Nochmal Pustekuchen! Alle Links in den Artikeln sind sämtlich nicht aktiv.

Zu ausgewählten Artikeln gibt es in der App zwar verlinkte Linklisten, allerdings sind sie so verlinkt, dass sie nur auf eine identische Linkliste auf der Page-Website führen. Erst dort kann ein einzelner gelisteter Link angeklickt und zur entsprechenden Site gesprungen werden. Direkt aus der App geht das ebenfalls nicht. Alles super umständlich.

Auf der Page-Website fiel mir dann auf, dass es dort zum Heft eine Sub-Rubrik “Linkliste” gibt. Die aber enthält nur die schon erwähnte Linkliste zu einem einzigen Heft-Artikel. Sonst nichts. Also war ich gezwungen, die Links doch ganz analog von Hand abzutippen. Mehrwert der 9-Euro-App = null. Eher im Gegenteil: Meine Customer Journey durch die Page-App endete hier abschließend.

Mich beschleicht dabei der Gedanke: Vielleicht ist es für manches Printhaus einfach noch etwas früh, um über transmediales oder crossmediales Storytelling nachzudenken. Vielleicht ist das kleine 1×1 des Web-Publishing aktuell einfach noch dringlicher.

Hab übrigens dies hier an die Redaktion geschrieben, mal schauen, was da kommt:

Liebe Redaktion,
hab mir kürzlich die aktuelle gedruckte Ausgabe gekauft und zusätzlich jetzt auch die App-Version. Die Storytelling-Strecke hat mir bestens gefallen und deshalb hatte ich mir von der App auch einen bequemen Zugang per Link zu den vielen spannenden Beispielen erhofft. Aber: Pustekuchen! Nichts verlinkt! Und auf der Website gibt’s auch keine Linkliste. Ganz ehrlich: Das ist nicht mal Web1.0. Mein erster Kontakt mit Eurer App-Ausgabe war definitiv ein Schuss in den Ofen. Das könnt Ihr doch besser, oder? LG, S. Heijnk

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Bildquelle: Heijnk 2014

Bildquelle/Aufmacher: Heijnk 2014

Update (24.03.2014)

Gerade kommt eine Antwort aus der Page-Redaktion. Redakteurin Anna Weilberg schreibt per E-Mail:

“Es freut uns, dass Dir unsere Titelgeschichte »Storytelling« gefallen hat. Umso mehr bedauern wir, dass wir Dich mit der dazugehörigen iPad-Ausgabe enttäuscht haben. Ausgerechnet bei diesem Artikel hatten wir auf die Zusammenfassung weiterführender Links verzichtet. Wir nehmen uns Deinen Hinweis aber zu Herzen und werden versuchen, in Zukunft immer eine Linkliste anzubieten.”

Hoffentlich bleibt’s nicht nur bei dem Versuch ;-)