Content Marketing: So finden Sie spannende Stories auch in Ihrer Firma

Content-Marketing zielt darauf, Kundinnen und Kunden mit spannenden Geschichten fürs eigene Unternehmen zu interessieren. Gute Stories bringen ins Gespräch, schaffen Nähe, generieren Kontakte und natürlich auch zusätzlichen Umsatz. Das Beste daran ist: Für wirkungsvolles Content-Marketing braucht es keine riesigen Budgets. Was zählt ist die zündende Idee, ein authentisches Auftreten und den Blick für die geeigneten Themen. In jeder Firma, in jeder Organisation, in jedem Verein gibt es diese erzählenswerten Geschichten. Sie müssen nicht spektakulär sein wie ein Recherche-Scoop im SPIEGEL. Es reicht völlig, wenn die Story nützlich und/oder unterhaltsam ist. Quellen gibt es jede Menge. Im Prinzip finden sie sich überall, beim Maler, beim Tischler, im Fitnessstudio oder in der Pommesbude.

Die Story aus der Pommesbude
Carsten Hoppe beispielsweise führt eine Event Catering-Agentur in Münster (NRW) und bloggt sehr erfolgreich über seinen Alltag in der fahrbaren Pommesbude. Themenmangel kennt er nicht: “Das ist eigentlich recht einfach”, so Hoppe auf winlocal.de, “ich blogge über unsere Event Catering-Einsätze und über das, was ich so innerhalb der Firma erlebe. Viele Kunden interessieren sich dafür und die besten Geschichten erzählt nur das wahre Leben.” Eine Kostprobe gibt es hier: Kann man Pommes in einem PC frittieren?

Auch Malermeister Werner Deck, für seine Social Media-Aktivitäten bereits mehrfach prämiert, sieht geeignete Themen quasi an jeder Zimmerwand. Das Spektrum auf seinem Malerdeck-Blog reicht von kuriosen Erfahrungen über schöne Geschichten mit Kunden oder Lieferanten über Lehrlingsanekdoten bis hin zu handwerklichen und gestalterischen Tipps. “Einen Schwerpunkt an Beliebtheit kann ich dabei nicht erkennen”, so Deck in einem Interview mit den Blogprofis. “Aber das Blog-Motto: ‘Live-Infos aus einem spannenden Unternehmeralltag’ scheint auf sehr breite Zustimmung zu stoßen. Das zeigen mir die vielen Kommentare und die inzwischen etwa 214.000 Besucher im Monat auf meinem Blog.” Einsteigern gibt er den Tipp: Bieten Sie etwas an, was anderen Menschen nützlich ist.

Der Vorteil des Content-Marketings liegt vor allem darin, dass Sie sich aktiv von den Mitbewerbern unterscheiden können und Nähe zu potenziellen Kunden aufbauen. Werner Deck: “Social Media ist für mich zwischenzeitlich zu einem ausgezeichneten Instrument geworden, um Mundpropaganda auszulösen und voranzutreiben. Diese verursachten ‘Wellen’, die sich gerade überall aufbauen, werden über kurz oder lang in Auftragsform hereinschlagen. Davon bin ich überzeugt.” Schon jetzt könne er sagen, dass etwa 4 Prozent seiner Aufträge, direkt den Social-Media-Aktivitäten zuzuordnen sind.

Die 3×3-Checkliste fürs Themenfinden
Die Erfolgsformel fürs Content Marketing lautet: Wenn Sie interessant und authentisch erzählen, werden Sie dafür gemocht. Entscheidend ist deshalb, auf die richtigen Themen zu setzen. Dazu müssen Sie die Interessen der eigenen Kundschaft genau kennen und gezielt bedienen. Die folgende 3×3-Checkliste gibt Ihnen Ansatzpunkte, um rasch zu geeigneten Stories zu finden:

- Produkt: Wie wurde das Produkt entwickelt? Gab es da etwas Besonderes?
- Produkt: Welches Problem löst das neue Produkt? Wie macht es das?
- Produkt: Nicht immer ist sofort klar, was ein gekauftes Produkt alles kann. Zeigen Sie, welchen Nutzen ein Produkt bietet, am besten in ganz anschaulichen Beispielen. Und geben Sie Tipps.

- Branche: Zeigen Sie, dass Sie in Ihrem Thema auf dem Laufenden sind. Was sind aktuelle Trends? Wie sind sie zu bewerten? Wohin entwickelt sich die Branche?
- Branche: Was gibt es Neues auf Messen, Kongressen, Fachtreffen?
- Branche: Welche führenden und/oder prominenten Köpfe gibt es in Ihrem Markt? Stellen Sie sie vor, interviewen Sie sie, lassen Sie sie zu Wort kommen.

- Unternehmen: Worin ist Ihre Firma besonders gut und wo/wann können die Kunden das erleben? Schildern Sie diese Kundenerlebnisse.
- Unternehmen: Sammeln und systematisieren Sie das Feedback Ihrer Kunden – und gehen Sie dann konstruktiv darauf ein.
- Unternehmen: Blogposts über Alltagserlebnisse der Mitarbeiter geben oft besonders spannende Einblicke hinter die Kulissen. Stellen Sie interessante Mitarbeiter vor (sofern die damit einverstanden sind). Fragen Sie sich, was Ihre Firma sympathisch macht – und zeigen Sie es in konkreten Situationen.

Bitte keine Selbstbeweihräucherung
Jede Geschichte aus dem Unternehmen braucht also etwas Spannendes, Unterhaltsames, Unerwartetes oder Nützliches. Starten Sie bei dem, was Sie im Kundenkontakt oder im Kollegenkreis gerade erlebt haben. Meist kreisen die Mitarbeitergespräche in der Firma ohnehin um jene Dinge, die zuerst Alltägliches erwarten ließen und sich dann auf einmal als ungewöhnlich, schwierig oder kurios entpuppt haben. Und sei es nur in Kleinigkeiten. Wer für so etwas ein offenes Ohr hat und genau hinhört, braucht dann eigentlich nur noch ein paar naheliegende Fragen zu stellen: Wie kam es dazu? Wie wurde reagiert? Wer hat’s bewältigt/beschafft/geholfen? Was kann ein Kunde daraus als Tipp oder Trick mitnehmen? Gewarnt sei dabei allerdings vor Selbstverliebtheit und Selbstbeweihräucherung: Niemand mag Egozentriker, die sich krampfhaft nur ins allerbeste Licht rücken. Niemand ist perfekt – und für glaubwürdiges Content Marketing muss das auch niemand sein.

Bildquelle/Aufmacher: mrPliskin @istockphoto.com #23754107

  • http://www.7webwunder.de/ stvhirschfeld

    Die 3×3-Checkliste ist eine gute Basis – geht man noch einen Schritt weiter und analysiert die Zielgruppe hinsichtlich der persönlichen Situation des Einzelnen, so ergeben sich weitere Anknüpfungspunkte für Stories: etwa persönliche Interessen (privat oder beruflich) oder “Pain Points”, die das Handeln gerade bestimmen. Dazu muss man etwas über den Tellerrand hinaus schauen und den Mut haben, Themen jenseits des eigenen Businesses aufzugreifen.

  • sheijnk

    Das ist in der Tat eine weitere Stufe. Sozusagen: 3×3 plus 1. Sicher gibt’s auch noch mehr und andere Optionen. Eine ist zum Beispiel, die Kunden selbst als Content-Lieferanten zu gewinnen. In meinen Consultings erlebe ich immer noch sehr oft, dass es da eine ziemlich hohe Hemmschwelle gibt, ins erzählende Marketing einzusteigen. Viele glauben, ihr Alltag sei zu uninteressant – was Unfug ist. Den Post habe ich verfasst, um zu zeigen: Jeder hat etwas Interessantes zu erzählen. Hoffentlich senkt’s die Hemmschwelle. :-)

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