Kollaboratives Erzählen in der Klickywelt: Mit Felix Zirndorf durch deutsche Lande
25. November 2011Eine kleine Geschichte aus der Rubrik “Was es nicht so alles gibt”:
Felix Zirndorf ist ein Playmobil-Männchen, stammt aus dem fränkischen Playmobil-Stammsitz Zirndorf und ist von Geburt an ein immerzu fröhlicher Typ.
Für eingeschworene Fans der Playmobil-Figuren (“Klickys”) ist der kleine Herr Zirndorf schon jetzt großer Kult – als Hauptfigur in einem kollaborativen Schreib-Spaß-Projekt auf Klickywelt.de, das zu den wichtigsten Internetforen für Playmobil-Fans in Deutschland gehört.
Staffelstab für Artikel-Autoren
Die Idee hinter dem Schreibprojekt geht so: Seit Juni 2011 wird Felix Zirndorf per Post oder persönlich von Playmobil-Fan zu Playmobil-Fan weitergereicht und sein jeweiliger Gastgeber schreibt dann eine ganz persönliche Bildergeschichte über die gemeinsamen Erlebnisse. Herr Zirndorf ist also quasi als Staffelstab unterwegs durch Deutschland, von AutorIn zu AutorIn, ganz ähnlich wie bei den Travelbugs im Geocaching.
An jeder Reisestation gibt es für Herrn Zirndorf Neues zu erleben: Mal stellt ihn der aktuelle Gastgeber erst einmal unter die Dusche, mal geht es auf eine wilde Kinder-Party, mal auf Sightseeing-Tour zur Frauenkirche nach Dresden oder zur Dechenhöhle ins Sauerland. Die Highlights werden natürlich fleißig fotografiert und in Kurztexten annotiert. Zum Schluss landet jeder neue Reisebericht im Klickywelt.de-Forum.
Aktuell hat Herr Zirndorf schon 14 deutsche Städte besucht und dabei fast 1500 Kilometer hinter sich gebracht. Demnächst geht es für ihn wahrscheinlich in die USA. Fortsetzung folgt.
Vielleicht lässt sich die Idee ja auch für kollaborative Schreibprojekte im Deutsch-Unterricht adaptieren – es muss ja auch nicht immer ein Playmo-Felix als Staffelstab sein.
P.S.: Playmobil-Chef Horst Brandstätter ist übrigens längst nicht so kreativ wie die Fans seines Spielzeugs. Nach dem Erfolgsgeheimnis der von seinem Angestellten Hans Beck erfundenen Figuren befragt, hat er einmal zugegeben: ” (…) wissen’s, ich bin seit meinem 19. Lebensjahr hier. Meine Aufgabe ist eher die Technik, die Kalkulation, die Rationalisierung. Und ich muss daher sagen, dass ich eine Weile gebraucht habe, bis ich verstanden habe, wie Playmobil funktioniert. (…) Aber der Herr Beck, der wusste, was bei den Kindern im Kopf passiert.” Mit dem, was in den Köpfen der Erwachsenen passiert, hat vermutlich aber auch Herr Beck nicht gerechnet.
- Update (29.11.11) –
Für alle Freunde der Stopmotions, aber nichts für Zartbesaitete:
Und dann noch diese unfassbar aufwändige Audio-Slideshow. Der Prolog zur “Der Herr der Ringe”-Trilogie von Peter Jackson, nachgestellt mit unzähligen, von Hand gestylten und so nicht zu kaufenden Playmobilfiguren:













