Der TfW-Praxistipp: Gezielt verlinken auf eine Textstelle in einem externen Artikel

15. Mai 2011


Das kennt wohl jeder: Wer einen Linkverweis auf eine bestimmte Textstelle in einer eigenen Webseite setzen will, verwendet einen Ankerlink.

Gerade im Überfliegen längerer Seiten ist das für die Nutzer angenehm: Sie klicken einfach auf den entsprechenden Ankerlink (meist am Seitenanfang platziert) und springen direkt zu den gewünschten Zeilen. Das spart Zeit und ist deshalb ein sinnvoller Service.

Ankerlinks können allerdings auch auf externe Seiten gesetzt werden. Dazu braucht es nur die passenden Web-Werkzeuge wie beispielsweise Awesome Highlighter oder Citebite.

Ein Beispiel: Wenn Sie diesen Link anklicken, gelangen Sie zu einem F.A.Z.-Artikel, in dem ich den Satz “Der Zufall macht Karrieren zu Erfolgsgeschichten” hervorgehoben habe. Unschön an der Awesome Highlighter-Version ist allerdings, dass der Service die deutschen Umlaute zerhackt.

Der Webservice Citebite macht es besser – wie dieser Link auf die gleiche Textstelle zeigt.

Sie können einen solchen direkten Ankerlink auf eine externe Seite in 5 Schritten schnell selbst generieren:

1. Sie rufen die Citebite-Website auf. Dort sehen Sie diese Eingabefenster und den Button mit der Aufschrift “Make Citebite”:

2. Sie geben die Textstelle, auf die verwiesen werden soll, in das “Quote”-Fenster ein.

3. Sie geben die Web-Adresse des Dokuments in das Source-URL-Fenster ein.

4. Sie klicken auf “Make Citebite”.

5. Die generierte URL (siehe folgenden Screenshot) kopieren Sie dann dorthin, wo der Link angeboten werden soll. Fertig.

P.S.: Und wer kürzlich die Twitter-Debatte in der Bundespressekonferenz verpasst hat, freut sich über diesen Citebite-Direktlink.

Der TfW-Praxistipp: Cordt Schnibbens
35 Kontrollfragen an die eigene Reportage

13. Mai 2011


Ist meine Reportage perfekt oder (noch) nicht? Wer eine Reportage geschrieben hat und diese Frage ehrlich und professionell beantworten will, braucht hieb- und stichfeste Kriterien.

Spiegel-Urgestein Cordt Schnibben, einer der renommiertesten deutschen Reporter, hat die wichtigsten Kriterien aufgeschrieben – in einem PDF-Dokument als Katalog mit “35 Fragen an meinen Text”. Unbedingt empfehlenswert und nützlich fürs eigene Reportageschreiben. Das Dokument im Volltext gibt es hier.

Fürs Blog habe ich die Liste auf 10 Fragen reduziert, die mir als die wichtigsten erscheinen:

Inhalt
- Stimmt alles oder habe ich mich aus Lust an der Formulierung, aus Angst vor Genauigkeit in Halbwahrheiten treiben lassen?
- Wird dem Leser klar, auf welchen Quellen die Reportage basiert?

Struktur
- Reizt der erste Absatz, den Text weiterzulesen, vor allem den Leser, der sich nicht für das Thema interessiert?
- Welches sind die schwächsten Absätze der Reportage, brauche ich sie?
- Wird die Reportage zum Ende hin thematisch geschlossen?
- Endet sie szenisch?

Sprache
- Ist die Sprache sinnlich und atmosphärisch genug oder ist sie zu abstrakt?
- Sind die Adjektive beschreibend statt kommentierend?
- Sind alle verbrauchten Metaphern gestrichen?
- Sind die Personen mehr als eine Summe aus Name, Alter, Zitat?
- Die wichtigste Frage: (die gibt es nur in der Originalquelle – siehe oben)

Der TfW-Praxistipp:
Internen Traffic verdoppeln in 60 Sekunden

21. April 2011


Den internen Traffic verdoppeln – geht das? WordPress-Blogger behaupten, das es geht. Mit dem kostenlosen Outbrain-Widget. Das Zusatzprogramm generiert kontextsensitive Treffer zum gerade betrachteten Blog-Eintrag und stellt diese als Textlink-Liste oder als bildbegleitete Teaser-Reihe ans Ende jedes Blog-Artikels.

Wahlweise spielt Outbrain auf Wunsch auch externe Links ein. In der deutschen Sprachvariante wird mit der Überschrift “Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:” auf die zusätzlichen Links hingewiesen. Erinnert also deutlich an Amazon.

Zusätzlich kann mit dem Outbrain-Widget auch eine Bewertungsfunktion eingerichtet werden. Den Nutzern wird so ermöglicht, einen gerade gelesenen Blog-Artikel auf einer Skala von 1 bis 5 Sternen zu bewerten. Damit das Ganze auch grafisch überzeugt, greift das Widget auf die CSS des jeweiligen Themas zu. Und das Beste: Das Widget ist in 60 Sekunden installiert und eingerichtet. Die Nutzung des Widgets wird für das jeweilige Blog protokolliert und als Report auf outbrain.com zur Verfügung gestellt. Wie bei jedem Plugin gilt natürlich auch hier: Vorher immer an das Datenbank-Backup denken.

Für Verlage ist interessant: Outbrain bietet den Service auch für Business-Kunden an, die mit der Blogosphäre eher weniger zu tun haben. Es geht also auch ohne Widget. Eine ganze Reihe namhafter Partner sind bereits im Boot – von Chicago Tribune über Slate bis USA Today.

Hier auf www.texten-fuers-web.de ist das Widget seit fünf Tagen aktiv. Die Installation verlief problemlos. Und momentan gibt es ein Traffic-Plus von täglich zehn Prozent – bei trafficfeindlichem schönstem Sonnenwetter. Das ist das, was Outbrain auch nach eigenen Angaben verspricht, und definitiv ein gelungener Start.

Weiterführende Links

Outbrain.com-Website

Der TfW-Praxistipp: So optimieren Sie Webtexte gezielt für Social Media

17. April 2011


Webtexte für Suchmaschinen zu optimieren ist seit langem eine Pflichtübung für jeden Website-Anbieter und das wird es auf absehbare Zeit wohl auch bleiben. Dennoch: Bei den Traffic-Lieferanten verschieben sich die Gewichte, der Einfluss der Social Media-Plattformen wächst.

Über Social Media Optimization (SMO) von Webtexten wird nach meinem Eindruck deshalb bislang noch zu wenig nachgedacht. Das muss erstaunen, denn der über Google generierte Inbound Traffic (= die auf eine jeweilige Site gelenkten Besucherströme) nimmt in absoluten Zahlen zwar vielfach nach wie vor den ersten Rang ein, er wächst aber langsamer als der Traffic über Empfehlungslinks via Facebook, Twitter und Co.

Warum das so ist, liegt auf der Hand: Die persönlichen Empfehlungen von Freunden und befreundeten Nutzern haben bei den Adressaten einen höheren Stellenwert und sind glaubwürdiger als die Treffer in einer Suchergebnisliste.

Entsprechend muss jeder Website-Anbieter seinen Inhalt heute auch für die Kommunikationsplattformen des Web 2.0 optimieren. Wer das versäumt, verschenkt Reichweite.

Social Media-Nutzer bleiben länger
David Sasson vom Empfehlungsmarketing-Dienstleister Outbrain beispielsweise hat jüngst darauf verwiesen, dass SMO wirkt: Seine Firma betreut viele namhafte Websites (wie Slate, USA Today oder Chicago Tribune) und er hat beim Blick auf die aggregierten Trafficdaten festgestellt, dass die Site-Verweilzeiten für Besuche über Empfehlungslinks durchschnittlich um 16 Prozent länger sind als die Verweilzeiten für Besuche über Suchergebnistreffer. Zahlen aus anderen Quellen weisen in die gleiche Richtung: Vadim Lavrusik von Mashable beispielsweise hat für seine Site registriert, dass über Facebook und Twitter gewonnene Besucher 29 Prozent mehr Zeit auf Mashable.com verbringen und dabei 20 Prozent mehr Seiten aufrufen als jene Besucher, die über eine Suchergebnisliste auf die Site wechselten.

Abgeleitet aus den Trafficdaten von Outbrain empfiehlt Sasson vier Maßnahmen für gezielte SMO:

1. Verfassen Sie bessere Überschriften
Überschriften sollten interessant formuliert sein und Neugier wecken und nicht nur auf die suchrelevanten Schlüsselwörter zurückgreifen. Gerade für soziale Netwerke wie Twitter, in denen allein die Überschriften als Lesehinweise ausgespielt werden, sind attraktive Überschriften klickentscheidend. Zugkräftig seien Überschriften, so Sasson, die eine Liste ankündigen: “The 9 Reasons We Love Fatty Foods” sei ein Beispiel für einen Überschriftentyp, der das Publikum regelmäßig in den Bann ziehe. Ungerade Zahlen wiederum seien besonders attraktiv: Die Trafficdaten von Outbrain zeigten, dass sie im Vergleich zu runden Zahlen 20 Prozent mehr Klicks generieren.

2. Verwenden Sie Bilder
Stellen Sie zu jeder Geschichte eine aktivierendes Foto im Daumennagelformat. Websites wie Facebook generieren heute automatisch Daumnagelformate der Fotos in einen Artikel eingebundenen Fotos, wenn die Geschichte über das eigene Profil empfohlen werden soll. Sasson: “Es ist deshalb wichtiger denn je, aktivierende Fotos in die Artikelseiten einzubinden, um Aufmerksamkeit per Fotos nicht nur auf der Site selbst zu erregen, sondern auch außerhalb der Site. In unseren Daten können wir sehen, dass ein Daumennagelformat neben der Überschrift die Klickzahlen um durchschnittlich 27 Prozent steigert.”

3. Nutzen Sie die Fläche Ihrer Site mit Weitsicht
Alles visuell Überflüssige sollte von der Website verschwinden, denn es lenkt vom Wesentlichen ab. Es geht nicht nur darum, die Nutzer offsite anzulocken, sondern auch sicherzustellen, dass sie auf der Website schnell an ihr Ziel finden können. Das bedeutet: Prüfen Sie für jedes Navigationselement, ob es auch tatsächlich genutzt wird. “Nutzen die Leute die Navigationselemente, um tiefer in die Site einzusteigen? Oder überladen sie die Seiten mit Links und verursachen sich verschlechternde Resultate? Sollte ein Navigationselemente nicht mindestens 1 Prozent zum Trafficerfolg beitragen, dann werfen sie es in die Mülltonne.”

4. Produzieren Sie den bestmöglichen Inhalt
Schaffen Sie originären Inhalt. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Allerdings: Das Entdecken interessanter Artikel verschiebt sich zusehends zu den Menschen, die ihre Fundstücke mit anderen teilen, sie weiterempfehlen und nach mehr verlangen – auch auf Ihrer Website. Allein mit wiederverwertetem oder aggregiertem Material ist allenfalls noch ein Blumentöpfchen zu gewinnen.

Für Sasson spielt SEO zwar auch künftig eine wesentliche Rolle im Website-Marketing, allerdings betrachtet er sie nur noch als einen Baustein unter vielen: “Es wird in Zukunft wichtiger sein, den Website-Inhalt für Menschen zu optimieren statt für Suchmaschinen-Crawler.” Wer will da ernsthaft widersprechen?

Weiterführende Links

Der TfW-Praxistipp: 5 Kniffe für die stärkere Überschrift

HOW TO: Optimize Your Content For Social Discovery

Why Social Media Reinvigorates Quality Journalism

Der TfW-Praxistipp: So verlinken Sie auf eine Szene in einem Youtube-Video

9. April 2011

Es ist zwar nicht neu, aber auch nicht gerade weithin bekannt: Wer einen Deeplink auf eine bestimmte Szene in einem YouTube-Video setzen will (statt auf den Anfang des Videos), braucht dazu nur einen Timecode ans Ende der Video-URL anzuhängen.

Der Zusatz sieht dann beispielsweise so aus: #t=1m30s. In diesem Fall würde der URL-Zusatz das Video an der Zeitmarke 1:30 min starten.

Hier gibt’s zum Ausprobieren ein Beispiel: Wer auf diesen Link klickt, springt direkt zur Schluss-Pointe eines Waldorf und Statler-Videos.

Weiterführende Links

Die Youtube-Dokumentation: Links zu bestimmten Szenen in einem Video

S. 3 v. 41234



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