Reporterglück ist, wenn man als Journalist zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Carl-Friedrich Ehlers hat dieses Glück in 40 Berufsjahren als Zeitungsreporter desöfteren gehabt. Seine 13 besten Geschichten sind im frisch erschienenen Buch “Reporterglück” versammelt. Im Interview spricht er darüber, worauf es im Beruf ankommt, was eine gute Reportage ausmacht – und was man auf einer Pressekonferenz auf keinen Fall tun sollte. mehr
Gerade frisch entdeckt: Aus Bern in der Schweiz kommt ein neues Magazin. Als Titel steht drauf: Reportagen. Drin sind: Reportagen.
Das in Leinen gebundene Magazin bietet journalistischen Lesestoff in Fülle. Über den Texten stehen u.a. die Namen großer Reporter – Erwin Koch, Margrit Sprecher, Ruedi Leuthold, allesamt für ihre Arbeiten vielfach ausgezeichnet.
Erwin Koch beispielsweise ist der Mann, der journalistische Porträts in Romane verwandeln kann, ein Grenzgänger zwischen Literatur und Journalismus. Mit “Sara tanzt” legte er 2003 einen fiktiven Roman vor, der auf einem nonfiktiven Porträt basiert, über eine Frau, die unter der argentinischen Militärdiktatur aus ihrem Leben gerissen und zum Folteropfer wird. Für Reportagen hat er eine Geschichte über ein an Leukämie erkranktes Mädchen geschrieben. Ihr Name: “Sarah”.
Reportagen-Chefredaktor Daniel Puntas Bernet hat registriert, dass selbst die Geschichten solch profilierter SchreiberInnen “aufgrund der fordernden News-Maschinerie der großen Blätter nicht immer gefragt seien; oder sie bekommen den dafür nötigen Platz gar nicht mehr.” In Reportagen jedenfalls bekommen Koch, Sprecher und Leuthold und mit ihnen eine ganze Reihe weiterer Autoren für ihre Geschichten den Platz, den sie brauchen.
Eine Leseprobe gibt es hier. Darin treten zwei Autoren der Erstausgabe zum Reportage-Duell an und werden auf das gleiche Thema angesetzt, das morbide Wien. Lecker.
Und obendrauf gibt es die Geschichten der Erstausgabe auch als kostenlosen MP3-Download zum Anhören. Hier gibt es drei Direktlinks zur Auswahl:
Aus und vorbei: Die dpa-Tochter news aktuell stellt zum Jahresende 2011 ihr Fortbildungsangebot für Medienfachleute ein.
Nach 10 Jahren verschwindet damit einer der renommiertesten Seminar-Anbieter für Kommunikationsfachleute, PR-Profis und Führungskräfte vom deutschsprachigen Markt.
Die Media Workshops von news aktuell boten über ein Jahrzehnt lang hochwertige Fortbildungen zu Grundlagen und Trends in Pressearbeit, Marketing, PR und Online-Kommunikation. Insgesamt standen 50 Seminar-Themen mit namhaften Experten zur Auswahl, über 10.000 Kunden nahmen seit 2001 an den Media Workshops in Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Köln und Zürich teil.
In einem Brief der Geschäftsführung an die Dozentinnen und Dozenten heißt es: “Ab 2012 wird sich unser Unternehmen auf das Geschäft mit Verbreitungsdiensten, PR-Services, Finanzmarktkommunikation und Multimedia-Produktion konzentrieren. Hier sehen wir für news aktuell die größten Wachstumschancen, die wir mit optimierten Angeboten und neuen Services für uns erschließen wollen.”
P.S.: Der Autor dieses Blogs war selbst über viele Jahre als Dozent für news aktuell tätig. Der Geschäftsführung wünsche ich ein glückliches Händchen für die Neuausrichtung von news aktuell und natürlich danke ich dem Media Workshop-Team – auch an dieser Stelle – für die tolle Zusammenarbeit!
Euch allen ganz viel Erfolg für die neuen Aufgaben.
Update (20.12.11)
Gute Nachricht zum Jahresende: Das Media Workshop-Team macht weiter
Nicole Hirt, Berit Siewert und Stephanie Piehl werden ab 2012 die Marke media workshops übernehmen und das bisherige Seminar-Angebot von newws aktuell in Eigenregie fortführen. Die drei Mitarbeiterinnen des Media Workshop-Teams greifen auf Ihre profunde Erfahrung aus zehn Jahren im Seminargeschäft für dpa-newsaktuell zurück. In einer Pressemitteilung haben die Damen gerade erklärt, dass die Workshops damit auch weiterhin als professionelles Angebot für Fortbildungen rund um die professionelle Kommunikation, Pressearbeit und PR bereit stehen.
Das Programm und die volle Auswahl an Themen und Möglichkeiten finden Sie in Kürze wie gewohnt unter www.media-workshop.de
Reporterglück ist, wenn man als Journalist zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und den Blick für die gute Geschichte mitbringt.
Carl-Friedrich Ehlers hat dieses Glück desöfteren gehabt: Als Zeitungsjournalist war er 40 Jahre lang vor allem im deutschen Nordwesten unterwegs, von Emden bis Wilhelmshaven, von Leer bis Oldenburg, und blickt auf ein bewegtes Berufsleben als Reporter zurück, wie es sich viele Berufsanfänger im Printjournalismus insgeheim ausmalen – voller tragischer, kurioser und Aufsehen erregender Geschichten.
13 dieser Geschichten hat er in seinem Buch “Reporterglück” versammelt und aufgeschrieben, was daraus wurde: So war er 1976 gerade auf einem Saugbaggerschiff im Jadebusen, als ein 200.000-Tonnen-Tanker dort beinah eine Öl-Katastrophe auslöste (siehe Foto) – und hat nachrecherchiert, wie es später dem Saugbagger ergangen ist. Er war 2006 vor Ort, als im Emsland der Transrapid zerschellte – und traf sich fünf Jahre später mit einem Überlebenden des Unglücks. Er war als einziger deutscher Journalist vor Ort, als Königin Juliana der Niederlande 1973 den Eemshaven einweihte – und zeichnet nach, wie dieser Hafen die beiden Nachbarländer Deutschland und die Niederlande näher aneinander rückte.
Es gibt auch eine Kehrseite
Ehlers ist dabei in jeder Zeile bewusst, dass alles Reporterglück auch immer seine Kehrseite hat, schließlich gibt es in vielen dieser Geschichten von Schicksalsschlägen betroffene Menschen. Ehlers begegnet ihnen mit Respekt und mit Einfühlungsvermögen, allerdings auch ohne jede Gefühlsduselei.
Neben den journalistischen Rückblicken liefert Ehlers in seinem Buch auch Einblicke in sein Engagement für die Spendenaktionen der Nordwest-Zeitung in Oldenburg (“Kinder helfen Kindern”). Das ist nicht zuletzt deshalb von Belang, weil er damit die Grenzlinie zwischen Journalismus und Verlags-PR überschreitet – und damit spannende Fragen aufwirft.
Kurzum: “Reporterglück” ist ein lesenswertes Buch für alle, die einmal hinter die Kulissen des Lokaljournalismus schauen wollen, und eine unbedingte Kauf-Empfehlung. Erschienen ist es im Isensee-Verlag in Oldenburg und kostet 9,80 Euro.
Das Video stellt das Buch vor und zeigt Carl-Friedrich Ehlers im Interview mit NWZ.TV:
Medien-Doktor.de prüft die Qualität medizinjournalistischer Arbeiten und veröffentlicht die Qualitätsurteile im Internet. Für die beurteilten Autorinnen und Autoren kann das peinlich werden. Ein Interview mit Marcus Anhäuser, leitender Redakteur von Medien-Doktor.de. mehr