Bild.de-Rebrush: Gut gemacht!

27. September 2012


Der Bild.de-Rebrush wurde in der Branche mit Spannung erwartet. Jetzt ist die frisch renovierte Site live gegangen.

Nach dem ersten intensiveren Drüberschauen ist glasklar: Die Redaktion hat mit ihrem “Rebrush” einen überzeugenden Job hingelegt. Der Boulevard-Appeal ist in Formen und Funktionen deutlich schlüssiger durchdekliniert, das formenwuselige Kleinklein der Vorgängerversion ist einem Großformat-dominierten Seitenraster gewichen.

Das überarbeitete Layout kann sich sehen lassen.

Im Seitenraster verabschiedet sich Bild.de insgesamt und schon sehr weitgehend von der anachronistischen rechten Randspalte. Statt der üblichen Sortierung in “linke Hauptspalte = wichtig” und “rechte Marginalie = unwichtig” wird jetzt die volle Breite des Rasters genutzt. Für die Themengewichtung eröffnet sich damit größerer Spielraum, wichtige Nachrichtenstoffe sind prominent jetzt auch rechts auf der Startseite zu finden. Dem schnellen Kontakt zu den Inhalten tut das sehr gut.

Die Site löst sich damit auch wohltuend vom eher langweiligen Standardlayout auf den klassischen Nachrichtensites, auf denen die Startseiten vielerorts immer noch in monotonen Listen-Rastern präsentiert werden.

Die neue Bild.de ist als Modell abseits des Boulevards zwar nicht unbedingt tauglich, aber der Rebrush zeigt in die richtige Richtung: Modernes Newssite-Layout bietet den Nutzerinnen und Nutzern variantenreiche Formen, ohne es damit zu übertreiben. Zu wünschen ist, dass dieser Ansatz bei den kommenden Relaunches auch anderswo Nachahmer findet – und auch andere Nachrichtensites den Mut finden, die eigene Marke im Web optisch passgenau zu interpretieren.

Offenkundig hat das Umschalten von der alten auf die neue Version auch technisch weitgehend reibungslos geklappt – ist ja in Berlin bei Großprojekten nicht zwingend selbstverständlich. Nur in Einzelfällen war zu registrieren, dass es hier und da in den Ad-Ausspielungen augenscheinlich noch etwas hakte.

Also: Gratulation an die Bild.de-Redaktion!

Hinweis: Medienkontor Heijnk hat am Bild.de-Rebrush beratend mitgewirkt.

Weiterführende Links

Analyse des Bild.de-Relaunchs in 2011

Relaunch-Analyse: Die FAZ im Web sieht jetzt so aus wie Zeit Online – anno 2001

14. November 2011

Großes Zeitungslogo, drei Spalten, sehr viel Text – seit dem 3. Oktober präsentiert sich FAZ.net in einer Print-Optik. Viel Anlass für Applaus gibt der neue Auftritt nicht. mehr

Relaunch-Analyse: Warum der neue WiWo-Auftritt in die falsche Richtung geht

8. November 2011

Die Wirtschaftswoche hat ihre Website komplett überarbeitet. Mehr Texte und mehr Tools sollen Traffic und Umsatz steigern. Die Relaunch-Analyse zeigt: Die Projekt-Vorgaben werden mit dem Redesign zwar eingelöst, trotzdem geht die Wirtschaftswoche online weiter in die falsche Richtung. mehr

App-Konzepte: Alan Rusbridger erklärt die neue iPad-Ausgabe des Guardian

27. Oktober 2011


Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger gilt in der Medienbranche als Innovator im webdistribuierten Journalismus. Jetzt hat er den Guardian aufs iPad gebracht. Das erklärte Ziel: Der iPad-Guardian soll nicht wie eine Zeitung aussehen, aber wie eine Zeitung funktionieren. O-Ton:

We have created something that is a new proposition, different to other digital offerings. It works in either orientation and nothing is sacrificed. Instead of it being based on lists, breaking news, and the fastest updates it’s instead designed to be a more reflective, discoverable experience. This gives it the potential to have a design capable of responding to the news… just like a newspaper.

In diesem Video erklärt Rusbridger das Konzept für den iPad-Guardian:

Und in diesem Video können Sie sich die App genauer anschauen:

Auf der Guardian-Website wird die Dummy-Entwicklung außerdem in einer Bildergalerie nachgezeichnet. Nice.

Poynter Eyetrack III: Ausgewählte Befunde zum Blickverlauf auf News-Websites

17. Oktober 2011

Die Eyetracking-Studie des Poynter-Instituts aus 2004 ist nach wie vor eine wichtige Quelle, wenn es um Fragen der Website-Nutzer-Interaktion geht.

Für die Studie wurden die Blickverläufe von knapp 50 Probanden auf generalisierten Nachrichtenwebsite-Layouts per Blickverlaufskamera aufgezeichnet und ausgewertet.

Leider ist das Dokument seit einiger Zeit nicht mehr online. Immerhin liegt mir ein PDF der Studie vor, sodass einige zentrale Befunde hier in Auszügen wiedergegeben werden können:

Blickverlauf auf der Startseite
Observation: When viewing homepages, eyes initially tend to fixate in the upper left and finally move to the lower and upper right.

As the diagram indicates, the upper-left quadrant gets a fairly complete glance. Not only is it the viewing start point in this area, but viewers also tend to peruse the entire area before moving on. Next stop — a cursory look at the lower part of the upper right hand quadrant, followed by the same in the upper part of the lower left-hand quadrant. The eyes seem to move back and forth again to outlying areas of these two quadrants. Finally, users scan the right-hand side of the page before leaving. The sequence is fairly logical when considering that Westerners read from left to right. It also is consistent with traditional teachings of readers to scan printed pages in a Z-shaped pattern:

Thought about in a more general way, we can see how the upper left is viewed more quickly, on average, then the next layer out, then the outer periphery. However, it is important to remember that viewing patterns are affected by what page elements exist in particular locations. Headline placement, images, and blurbs are strong factors in determining viewing patterns:

Blicklenkung durch Fotogröße
Observation: Larger photo size increases the percentage of users seeing photos and the time they spend looking at them. For this study, we tested three common sizes of photos: small (about 80×80 pixels), medium (210×230 pixels), and large (365×240 pixels). Thumbnails of the five images we used appear below.


Primäre Scanzone für Teaser
Below is a series of close-ups of article blurbs from heatmaps of homepage No. 6. The red-orange-yellow areas indicate the highest viewing, which is concentrated on the left side of the blurbs.

Tips:
Using blurbs with headlines rather than headlines-only seems to help disperse interest throughout a homepage (down the page). Recognize that a list of headlines-only high on the page might not get people to look as much on lower portions of the page.

If you have some stories that you want to get people to more than others, you might want to use blurbs with those headlines and place those stories near the top of the homepage.

If you’re going to use blurbs, remember that the first few words may matter most. Our findings indicate that very few people go to the trouble of reading all of even short blurbs. Most people don’t invest much time in deciding whether or not to click through to an article, so keep head/blurb combos succinct.

S. 1 v. 512345



  • Follow TfW on Twitter

  • Das Handbuch für alle Onlinejournalisten

  • Die TfW-Twitterseite

  • Die TfW-ScoopIt!-Seite

  • Die Schlagwörter-Wolke

  • Translator

    German flagEnglish flagFrench flagSpanish flagJapanese flagArabic flagDutch flagTurkish flag                                        
  • Archiv nach Monaten

  • Anzeigen