Zeitraffer vom Flughafen:
Fluglinien mal ganz anders

20. Oktober 2011

Wenn das kein Hingucker ist:

Jetzt im Video: Iconist kostenlos aufs iPad herunterladen – per Papierkarte

20. Oktober 2011


Darauf hat die Welt gewartet: Wer am kommenden Sonntag (23.10.) die Welt am Sonntag kauft, wird darin neben gedruckten Artikeln und Fotos auch eine Papierkarte finden, die zum kostenlosen Herunterladen einer digitalen Ausgabe (Iconist) zur Zeitungsbeilage Icon auf das iPad berechtigt.

Das Neue daran: Man legt die Karte einfach auf den iPad-Bildschirm und der Download startet. Dieser sogenannte Touchcode ist eine Art umgekehrter Barcode: Hier wird das Lesegerät nicht ans Papier gehalten, sondern das Papier ans Lesegerät. Carola Curio, Anzeigenleiterin bei Axel Springer Media Impact jubelt: “Mit dem Touchcode gibt es erstmals keinen Bruch in der Mediennutzung, die Printwelt fügt sich nahtlos in die mobile Welt ein.” Aha.

Eine Frage muss trotzdem sein: Würde eine simple Web-Adresse nicht irgendwie den gleichen Zweck erfüllen? Oder täusche ich mich da?

Wie das Ganze funktioniert, zeigt dieses Video von Printechnologics, demonstriert am Beispiel einer Suppentüte:

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Medienkonsum: Wie viele Nachrichten sind wirklich gut für Sie?

19. Oktober 2011


Für Journalisten muss die Frage ketzerisch klingen. Doch wer im Urlaub einmal konsequent auf seine tägliche Nachrichtenüberdosis verzichtet, sein Smartphone abschaltet, das Fernsehgerät gar nicht erst einschaltet, Zeitungen liegen und E-Mails im Postfach gammeln lässt, wird einräumen müssen: Weniger Medienkonsum kann gut tun. Mindestens für eine gewisse Zeit.

Der Schweizer Robert Dobelli ist der Frage, ob Nachrichten wirklich gut für uns sind, in einem Essay (in englischer Sprache) auf den Grund gegangen und hat eine Antwort versucht. Titel des Essays: “Avoid News. Towards a Healthy News Diet.” Seine Thesen sind vielleicht nicht unbedingt neu, aber provokant genug, um den eigenen Medienkonsum zwischendurch einmal in Frage zu stellen und zumindest über die angemessene Menge nachzudenken. Hier das Abstract seines Essays:

News is to the mind what sugar is to the body

No 01 – News misleads us systematically
No 02 – News is irrelevant
No 03 – News has no explanatory power
No 04 – News is toxic to your body
No 05 – News massively increases cognitive errors
No 06 – News inhibits thinking
No 07 – News changes the structure of your brain
No 08 – News is costly. News wastes time.
No 09 – News sunders the relationship between reputation and achievement
No 10 – News is produced by journalists
No 11 – Reported facts are sometimes wrong, forecasts always
No 12 – News is manipulative
No 13 – News makes us passive
No 14 – News gives us the illusion of caring
No 15 – News kills creativity

What to do instead: Go without news. Cut it out completely. (…)

Good News: Society needs journalism – but in a different way. Investigative journalism is relevant in any society. We need more hard-core journalists digging into meaningful stories. We need reporting that polices our society and uncovers the truth. The best example is Watergate. But important findings don’t have to arrive in the form of news. Often, reporting is not time sensitive. Long journal articles and in-depth books are fine forums for investigative journalism – and now that you’ve gone cold turkey on the news, you’ll have time to read them.

Vielleicht sollte eines noch erwähnt werden: Robert Dobelli ist Mitgründer von GetAbstract. Das ist ein Dienst, der Buchklassiker – von Goethe bis Shakespeare – auf wenige Seiten eindampft, damit sie von ganz eiligen Lesern zeitschonend zwischendurch gelesen werden können. Pfannenfertige echte MacBooks ganz ohne Apple sozusagen. (Dank an Werner für den Tipp!)

Weiterführende Links

Robert Dobelli: Avoid News (PDF)

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Kennen Sie eigentlich…Al Gore’s Our Choice?

18. Oktober 2011


Al Gore hat sich nach seiner Zeit als US-Vizepräsident politisch neu erfunden und kämpft in der Umweltpolitik jetzt seit Jahren für mehr Klimaschutz. Sein Dokumentarfilm “Eine unbequeme Wahrheit” über die Folgen des globalen Treibhauseffekts wurde weltweit beachtet und mit dem Oscar ausgezeichnet.

Mit seinem App-Buch Our Choice erweitert er die Klimadebatte um ein neues Kapitel (erschienen im Mai 2011) und nebenbei revolutioniert er auch gleich noch das Buchlesen. So sieht es zumindest sein Verlag Push Pop Press:

Our Choice will change the way we read books. And quite possibly change the world. In this interactive app, Al Gore surveys the causes of global warming and presents groundbreaking insights and solutions already under study and underway that can help stop the unfolding disaster of global warming. Our Choice melds the vice president’s narrative with photography, interactive graphics, animations, and more than an hour of engrossing documentary footage. A new, groundbreaking multi-touch interface allows you to experience that content seamlessly. Pick up and explore anything you see in the book; zoom out to the visual table of contents and quickly browse through the chapters; reach in and explore data-rich interactive graphics.

Klingt etwas strapaziert. Das App-Buch lässt sich aber tatsächlich gut nutzen (“lesen” ist wohl nicht unbedingt der passende Begriffe). Und es bietet viel Inspiration fürs Lese-App-Design – wie auch diesem Video zu entnehmen ist:

Visual Journalism: Wenn Infografiken falsch informieren

17. Oktober 2011

Hier ein Fehler beim dargestellten Hubschraubertyp. Dort ein Schatten, obwohl es Nacht war. Dann pakistanische Soldaten, die vor Ort überhaupt keine Rolle spielten: Gert K. Nielsen hat in seinem Blog Visual Journalism eine ganze Reihe Infografiken über die Kommando-Aktion gegen Osama bin Laden unter die Lupe genommen. Und musste dabei feststellen: In vielen Grafiken finden sich Falschinformationen, die gelegentlich wohl auf gedankenloses Aufhübschen-Wollen zurückzuführen sind.

Einige Grafikjournalisten haben seine Analyse deshalb zum Anlass genommen, an Standards für visuelljournalistische Inhalte zu erinnern. Titel: AN INTERNATIONAL STATEMENT ON INFOGRAPHICS AND VISUAL JOURNALISM. Die formulierten Leitsätze sollten für die journalistische Arbeit zwar eigentlich selbstverständlich sein, sind es – wie Nielsens Analyse zeigt – aber wohl zuweilen dann doch nicht:

- Facts – not fiction – is what drives Journalism.
- Visual Journalism is not Show Business.
- Editors must lead this battle against fake information.
- Visual journalists must resist any pressure to deliver graphics “at any cost.”
- And infographics are not a substitute when we don’t have real information.

Weiterführende Links:

Gert K. Nielsen: Infografiken über den Einsatz gegen Osama bin Laden

International Statement on Infographics and Visual Journalism

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