BONUS-KAPITEL
Traffic-
und nutzerfreundliche Klickdramaturgien
CLICK-BRIDGES
von
Stefan Heijnk
Die
begrenzte Sichtfläche am Monitor zwingt Texte in eine Fragmentierung.
Schlagzeile, Vorspann, Bild und Volltext stehen in Hypertexten
regelmäßig nicht mehr als Ensemble versammelt auf einer
Seite (wie etwa in Zeitungen), sondern werden voneinander getrennt
und auf mehrere Seiten verteilt. Damit die einzelnen Fragmente
trotzdem noch als Ganzheit begriffen werden können, ist ein
bewußtes und zielgerichtetes Vernetzen notwendig.
Dreh-
und Angelpunkt beim Vernetzen der Dokumente ist folglich der Hyperlink.
Erst durch ihn werden die virtuellen Klüfte zwischen den
einzelnen HTML-Seiten überbrückt und die produzierten
Inhalte überhaupt erst für Nutzer zugänglich. Oder
anders formuliert: wo kein Link, da auch kein Traffic.
Für
Webmaster und Autoren heißt das ganz praktisch, dass ihre
Arbeit für den Erfolg einer Website eine Schlüsselrolle
einnimmt. Denn wer darüber entscheidet, ob und wo ein Hyperlink
gesetzt wird, entscheidet auch darüber, ob und wie die Inhalte
von den Nutzern erreicht und rezipiert werden können.
Entsprechend
ist das Setzen der Hyperlinks eine strategisch zentrale und alles
andere als triviale Aufgabe, zumal Verlinkungsfehler von den Usern
gnadenlos bestraft werden und schnell Traffic kosten.
Damit
es erst gar nicht so weit kommt, sollte das Verlinken der Website-Dokumente
systematisch angegangen werden. Die in der Praxis vorfindbaren
Vernetzungsmuster lassen sich dazu in zwei Grundtypen unterteilen:
die rein navigatorischen "Interfaces" (deren Einrichtung
und Pflege in der Regel Sache von Webmastern ist) und die semantischen
"Klickdramaturgien" (eher eine Angelegenheit für
Autoren).
Ein
"Interface" ist dabei nichts anderes als das mit Hilfe
von Hyperlink-Tags konstruierte und realisierte Wege-Netz durch
die auf einer Website angebotenen Inhalte. Es soll den Nutzern
ermöglichen, störungsfrei und nach Belieben von Dokument
zu Dokument zu wechseln.
Eine
"Klickdramaturgie" ist dagegen ein Interface-Spezialfall.
Mit ihr wird vom Autor eine auf den jeweiligen Erzählzweck
hin ausgerichtete Route konstruiert, der die Nutzer nicht nur
folgen können, sondern auch sollen. Klickdramaturgien sind
also ein erzählerisches Mittel. Sie werden eingesetzt, um
eine Hypertext-Geschichte zu strukturieren und zu inszenieren.
Die
wichtigsten Interface- und Klickdramaturgie-Modelle werden in
den Flash-Animationen vorgestellt.
Zum Betrachten benötigen Sie den Flash Player Version 6: