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LESEPROBE
Texten
fürs Web - Grundlagen und Praxiswissen für Online-Redakteure
Auszug
aus Kapitel 6: "Erzählen auf neue Weise: Web-Specials,
HMPs & Co."
LESEPROBE: "(...) Eines der frühesten Beispiele für
eine Multiperspektiven-Geschichte stammt aus dem New Yorker Web-Magazin
Word. Dort wurde 1996 über den Prozess gegen den mutmaßlichen
Polizistenmörder Mumia Abu-Jamal
berichtet, unter anderem mit Hilfe einer Tatort-
Straßenkarte, auf der alle Augenzeugen mit ihrer
jeweiligen Position zur Tatzeit eingezeichnet
waren. Per Mausklick auf die Augenzeugen konnte jede Aussage im
Detail nachgelesen werden
und jeder Nutzer sich auf diese Weise sein
eigenes Bild vom Tathergang machen.
In
einem anderen Beispiel aus hotwired.com
wurde eine Kontroverse zwischen Janet Murray
und Sven Birkerts über die Zukunft der Erzählkunst im
Web unter dem passenden Titel »Brain Tennis« realisiert.
Das Hin und Her der Diskussion wurde visualisiert durch zwei nebeneinander
gestellte Kolumnen, in denen Rede und Gegenrede der Diskutanten
dokumentiert wurden. Am Ende des ersten Absatzes von Janet Murray
konnte man also in der linken Spalte auf einen Hyperlink klicken,
über den dann die zugehörige Gegenrede von Sven Birkerts
in die rechte Spalte geladen wurde. Erreichte man dort das Absatzende,
dann konnte man wiederum per Klick den nächsten Absatz von
Janet Murray in die linke Spalte laden usw.
Aus
journalistischer Sicht bieten sich Multiperspektiven-Geschichten
als Form also vor allem für kontroverse Themen an. Der Gewinn
gegenüber ähnlichen Textmustern in Print-Medien
liegt in der interaktiven Dimension, die Leser
werden über die Klickmöglichkeiten in den
Textraum involviert und können dort dem
jeweiligen Gedankengang folgen. Wichtig ist für
diese Form, dass jede der einzelnen HTML-Seiten
nur einen Gedanken trägt, der für sich
genommen verstanden werden kann.
Slideshows: Bilderreigen als Klickmaschine
Wer
auf seiner Website hohe Abrufquoten erzielen
will, kommt um ihren Einsatz nicht herum.
Slideshows sind so etwas wie virtuelle Dia-
Reihen, in denen jeder Mausklick ein neues Bild
auf den Monitor lädt. Weil Bilder in der Regel
nun mal schneller rezipiert werden als Texte,
kommt es auch schneller zu weiteren Klicks und
deshalb zu höheren PI-Zahlen.
Technisch
lassen sich Slideshows mit Hilfe
unterschiedlichster Web-Technologien realisieren.
Immer noch häufig sind sie als nerviges Seiten-
Klickspiel direkt auf HTML-Basis programmiert,
so dass für jedes neue Foto vom Nutzer
auch eine neue HTML-Seite aufgerufen werden
muss. Deutlich größer geworden ist die Zahl der
Slideshows, die mit Hilfe von JavaScript auf den
Bildschirm gebracht werden, was die Ladezeit
für die einzelnen Abbildungen angenehm verkürzt,
für User mit ausgeschalteter JavaScript-Option aber auch nicht
unproblematisch ist.
JavaScript-Slideshows
bieten zudem den Vorteil,
dass sie in frei schwebende Pop-up-Frames
gesetzt werden können, so dass der Kontext, in
den die Slideshow eingebettet ist, für den
Betrachter stets sichtbar bleibt. Soll den Nutzern
auch noch das eigenhändige Klicken erspart
werden, dann lässt sich der Refresh des Rahmens
über ein Skript auch automatisieren, und
die Slideshow läuft ganz von selbst ab.
Für
multimediale Slideshow-Formen bietet sich z.B. die Multimedia-Integrationssprache
SMIL (Synchronized Multimedia Integration Language; gesprochen:
smile) an, mit deren Hilfe ähnlich wie in Flash
Audio- und Video-Sequenzen, Fotos und Charts über Zeitspuren
aufeinander abgestimmt und zu einem integrierten MM-Content verschmolzen
werden können (Beispiel
1; Beispiel
2). Möglich sind damit auch Schnitteffekte, wie sie sonst
nur in TV-Schnittprogrammen zu finden sind, beispielsweise das Überblenden
zweier Fotos, das Rollen von links oder rechts oder Ähnliches."
LESEPROBEN
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